Rente unter Palmen - Tipps für AuswandererWird die Rente ins Ausland überwiesen?Wer im Ausland lebt, bekommt seine Rente generell dort auch ausgezahlt. "Auch nach Thailand wird die Rente 1:1 überwiesen", sagte Susan Weichenthal von der Evangelischen Auslandsberatung. Am einfachsten sei der Fall, wenn man sein ganzes Arbeitsleben in die deutsche Rentenkasse eingezahlt habe und in ein EU-Land auswandere, sagt eine Sprecherin der Deutschen Rentenversicherung. "In der EU ist alles ganz einfach." Sozialabkommen und die Freizügigkeit regeln, dass man sich als Rentner überall in der Gemeinschaft niederlassen kann.
Grundsätzlich sollte man sich dennoch bei der Rentenversicherung nach den Bedingungen des Ziellandes erkundigen, rät die Sprecherin der Rentenversicherung - etwa, um auf böse Überraschungen wie eine Rentensteuer vorbereitet zu sein.
Gibt es Probleme mit der Kranken- und Pflegeversicherung?Wer in Deutschland Kassenpatient ist und in einen Staat innerhalb der Europäischen Union auswandert, wechselt in die dortige Kasse. Dazu stellt die deutsche Kasse eine Bescheinigung aus, mit der sich der Auswanderer bei der Versicherung im neuen Heimatland anmeldet, sagt eine Sprecherin der Krankenkasse BKK-Gesundheit.
Theoretisch sei die ärztliche Versorgung für Kassenpatienten in der EU flächendeckend - es gebe aber von Staat zu Staat Qualitätsunterschiede. "In Spanien kann es Probleme geben", sagt die BKK-Sprecherin. Viele Ärzte dort rechneten nicht über die Kasse, sondern privat ab.
Teuer kann es für diejenigen werden, die im Ausland einen deutschsprachigen Arzt aufsuchen. "Das sind meist Privatärzte", sagt Monika Schneid vom Raphaels-Werk. Der Patient müsse dann die Differenz zwischen der Kassenleistung und der tatsächlichen Arztrechnung selbst zahlen - sofern er keine Zusatzversicherung abgeschlossen habe.
Zähne nicht mitversichert
Auch die Kassenleistungen sind von Land zu Land sehr unterschiedlich. In Spanien zahle beispielsweise die gesetzliche Krankenkasse keinen Zahnersatz, sagt Schneid. "Dazu braucht man eine private Zusatzversicherung."
Schwierigkeiten könne es ebenfalls mit der Pflegeversicherung geben - denn auch hier gebe es diverse nationale Standards. Daher sollte man sich genau informieren, welche Leistungen per Abkommen geregelt sind. "In manchen Ländern gibt es keine Pflegeversicherung - Spanien baut gerade erst eine auf", sagt Schneid.
Kostspielig könne es für ältere Auswanderer werden, die in einem Staat pflegebedürftig werden, der keine Pflegeversicherung kennt. Denn in diesem Fall gibt es auch keine von der Versicherung gestellte ambulante oder stationäre Pflege - im Fachjargon "Sachleistungen" genannt. Der Auswanderer bekomme dann lediglich Pflegegeld von der deutschen Versicherung überwiesen. Dieses Geld reiche aber meist nicht, um beispielsweise die Pflegekosten in einem Altenheim zu decken.
Wer berät potenzielle Auswanderer?Wer auswandern will, sollte sich umfassend beraten lassen - am besten von mehreren Stellen. Informationen über das Leben im Ausland bietet beispielsweise das Raphaels-Werk
www.Raphaels-Werk.de oder die Evangelische Auslandsberatung für Auswanderer, Auslandstätige und Ausländer-Ehen (
www.ev-auslandsberatung.de).
Rat sollte man sich auf jeden Fall bei seiner Krankenkasse holen – dort erhält man die Formulare, mit denen man sich bei der Kasse im neuen Heimatland anmelden kann. Informationen rund um das Thema Krankenversicherung bietet auch die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland (DVKA), im Internet unter
www.dvka.de zu erreichen. Für Fragen rund um die Rente sollte man sich an die Deutsche Rentenversicherung wenden (
www.deutsche-rentenversicherung.de).
Wie viel Geld brauche ich, um auszuwandern?Wer in ein EU-Land emigriert, muss belegen, dass er seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kann - dass er beispielsweise eine ausreichende Rente bezieht oder Vermögen hat. Maßstab ist meist das Sozialhilfeniveau des jeweiligen EU-Staates. Jeder Auswanderer innerhalb der Union muss außerdem in seiner neuen Heimat nachweisen, dass er krankenversichert ist.
Staaten außerhalb der Europäischen Union regeln die Einwanderung dagegen sehr unterschiedlich. Auch ändern sich die Bestimmungen häufig. Um in manchen Übersee-Staaten aufgenommen zu werden, muss man beispielsweise über eine bestimmte Summe an Erspartem verfügen
Quelle: Financial Times Deutschland
http://www.ftd.de/politik/deutschland/154293.html?p=1#a0Apolda