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Autor Thema: Traumland Paraguay?  (Gelesen 2080 mal)
Chinguarime
Gast
« Antwort #6 am: Januar 09, 2007, 07:35:24 »

Hallo Apolda,

find ich ja auch mal ganz interessant den Ansatz, sich etwas kritischer mit PY auseinanderzusetzen.
Von den vermeintlichen Vorzügen hat man ja, wenn man lange genug in den Foren mitliest, wirklich genug erfahren.
Was nicht so toll ist, oder zumindest wo manch einen Auswanderer der Schuh drückt, liest man eher selten.
Eine Zeit lang fiel mir in den Foren auf, dass gerade die schon Ausgewanderten irgendwie auf eine bestimmte Art unentspannt wirkten.
Vielleicht täusch ich mich ja, und es nehmen sicherlich bei weitem nicht alle Auswanderer teil an dem Austausch.
Aber bei genauerer Betrachtung scheint es mir als stünde stets geschäftliches Interesse, und somit ein gewisser Druck, hinter der Teilnahme.
Einige Ausnahmen mag es geben, aber da kommt dann häufig eine gewisse Verbitterung oder kriegerisches (gegen vermeintliche Konkurenten) zwischen den Zeilen durch.
Dapy's Blog kann ich nur begrüssen, weil er echt zum nachdenken anregt und mir viele Aussagen sehr bekannt vorkommen.
Sehr vieles hab ich in ähnlicher Form von in Spanien lebenden Auswandern gehört, welche darauf angewiesen waren ihren Lebensunterhalt durch eigener Hände Handwerk zu bestreiten.
Als ich das am Anfang kennenlernte, hielt ich die Leute für Grosskotze mit Kolonialherrenallüren.
Das relativierte sich aber nach längerer Zeit des Broterwerbs mit, unter, in Abhängigkeit von, und bei Spaniern.
Hatte mich damals  über mich selbst gewundert, aber lässt sich nicht leugnen.
Was wir als Deutsche als, vielleicht Tugenden, empfinden hat anderswo keine Chance.
Dass der genervte Dapy nicht wieder abhaut kann ich auch sehr gut nachvollziehen.
Ist ja schon eine riesige Aktion nach PY auszuwandern, obwohl es einem als Deutschem ja wirklich sehr leicht gemacht wird.
Um wieviel anstrengender und aussichtsloser muss es sein, nach vielen Jahren und im fortgeschrittenen Alter nach D zurückzukehren.
Möcht ich mir garnicht erst vorstellen wie das enden kann.
Das Grün der Homepage ist aber wirklich heftig  Grin

Infrastruktur: Wie es um die bestellt ist weiss jeder und wer nicht auf "rustico" steht ist in PY falsch.
Dafür zahlt man ja auch nix an den Staat. Das find ich ziemlich ausgewogen und es gefällt mir sogar.

Kriminalität: Das ist ein schwieriges Thema, weil ich finde, dass man dies so garnicht mit D vergleichen kann.
Die Zahlen sind ja auch sehr relativ, weil PY nur 6 Millionen Einwohner hat und ich weiss nicht wie es dann proportional zu D aussieht.
Tatsache ist, dass in PY jeder ne Knarre haben kann und deswegen schon mal eine ganz andere Ausgangssituation besteht.
Gut, das kann ja dadurch auch wieder sicherer werden, weil der vermeintliche Gegner ja damit rechnen muss, dass ich auch bewaffnet bin.
Könnte sich aber auch in eine Art "Wettrüsten" entwickeln. Das kann's ja dann auch nicht sein.

Der entscheidende Unterschied zu D ist für mich, dass ich hier ein Heimspiel habe und mich auskenne, glaube gewisse Situationen und ihre Möglichkeiten einschätzen zu können, ihnen aus dem Weg gehen kann, die Sprache perfekt beherrsche und mich dadurch vermeintlich sicher fühle.
Geht ja dabei sowieso in erster Linie um die eigenen Empfindungen und nicht um die tatsächliche Gefahr.
Neulich bin ich morgens um 4 quer durch den Wrangelkiez in Kreuzberg mit nem platten Fahrradreifen geeiert. 1 Stunde 40 Minuten von Friedrichshain nach Schöneberg.
Würd ich keinem Touristen empfehlen aber ich fühlte mich nicht bedroht, Heimspiel. Hätte auch ein Taxi nehmen können aber hatte Lust zu laufen.
Wenn ich als Deutscher nachts durch ASU spaziere ist das vielleicht aber so, als wenn hier in Berlin ein goldbehangener Scheich desorientiert durch Neukölln tappt.
Alles was der an sich trägt ernährt meine Familie für einen Monat.
Insofern ist das doch sehr relativ.
Natürlich strahlt PY die grosse Freiheit aus. Ich muss allerdings durch Gitter vor den Fenstern rausgucken und wenn ich abseits wohne für allerhand Befestigungsmassnahmen sorgen und möglichst böse Wachhunde halten. Eine etwas andere Freiheit eben.
 

Korruption: Klar kann man die auch positiv für sich nutzen, wenn man kann. Tatsache ist jedoch, dass man die dadurch natürlich auch fördert und die Korruption sicher eines der grössten Übel für PY's Entwicklung darstellt und diesem Land vielleicht sogar indirekt, in Form von Aufstand oder Bürgerkrieg, ausbleibenden Investoren  etc. mal das Genick brechen wird.

Und eigentlich, wenn ich es so abwäge, find ich es besser wenn bei Rot angehalten wird. Aber das ist nicht wirklich wichtig.

Also, entscheidend dürfte sein, ob man in der Lage ist es sich unter diesen Umständen gemütlich zu machen und das ganze aufgrund der dafür zu bewältigen Massnahmen immer noch so preisgünstig ist wie es auf den ersten Blick wirkt.

Meine grössten Bedenken zu PY liegen übrigens nicht bei den genannten Beispielen sondern eher bei der ätzenden Hitze (werd da richtig faul und häng nur im Schatten rum) und beim Futter.
Ich esse u.A. gerne frischen Fisch und überhaupt ist eine grosse leckere Auswahl sehr wichtig. Tongue


Gruss, Chinguarime


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Paraguay2es
Gast
« Antwort #5 am: Januar 09, 2007, 05:39:36 »

" es gehe nur darum, dass er fuer seine Besitztuemer nicht genug Penunse bekaeme. Das duerfte sich aber in den naechsten Jahren nicht aendern"

>>>Don H.,wenn Du das "individuell auf ihn bezogen" meinst......vermag ich das nicht zu beurteilen...
wenn Du es aber GENERELL in Bezug auf Immobilienpreise in Paraguay beziehst.....so ist meine
Sicht fundamental anders.Hast Du nicht gerade das Beispiel der Karibik-Preise genannt?!
Es "schwimmt" auf der Welt SO VIEL Kapital herum....das ein "Zuhause" sucht.....weshalb ich für
"Nachzügler-Länder"....eine DEUTLICHE Verteuerung in den nächsten Monaten/Jahren sehe.

In Europa würde diese Wohnung (z.B. an Spaniens Küsten) ja auch nicht viel weniger kosten.
In Barcelona/Valencia bekommt man ein ordentliches Haus in Meeresnähe nicht mehr unter 850000 Euro...
eine Wohnung in der Innenstadt mit einigermassen guter Bauweise/Architektur kostet "locker" zwischen 800000 Euro und 1 Mio.

Gruss

P.S.Pit -weil eben doch nicht clever genug um seine Vorgehensweisen zu vertuschen-würde an diese Art Kunden eben nicht herankommen.....und "bedient" sich (scheinbar) der etwas "leichteren Beute" in Piri...
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Don Holiday
Gast
« Antwort #4 am: Januar 09, 2007, 04:38:02 »

Ja, ich habe das auch gelesen und frage mich, warum wohl jemand in einem Land lebt, das und dessen Bewohner er so hasst und verachtet?

Er schrieb in einem Beitrag, es gehe nur darum, dass er fuer seine Besitztuemer nicht genug Penunse bekaeme. Das duerfte sich aber in den naechsten Jahren nicht aendern.

Also lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ihne Ende!
So handle ich schon immer und erspare mir damit jahrelangen Aerger und Magengeschwuere.

Don

PS Zum Glueck hat er seinen Blog so eingerichtet, dass man eh nicht laenger alks 30 Sekunden lesen kann ohne Augenschmerzen zu bekommen.
Gespeichert
Paraguay2es
Gast
« Antwort #3 am: Januar 09, 2007, 04:08:16 »

Apolda,Don....ich schätze Eure Ausführungen sehr....irgendwie gibt es eben hier doch irgendwie "das verbindende Band".

Ich habe , nachdem ich gestern zum ersten Mal etwas b. "kay" gelesen habe (kannte ich nicht!)....einen blog v. einem "dapy" ausgegraben.Wer immer das ist "und was ihn treibt".... .(Vielleicht betreibt er einen Makler-Betrieb in Chile??! Cool....!?)
Vielleicht kennt Ihr es schon.....aber es gibt eben auch "die andere Meinung":

http://www.myblog.de/dapy


Gruss!
Gespeichert
Don Holiday
Gast
« Antwort #2 am: Januar 08, 2007, 11:31:24 »

Hey Apolda,

jeder hat so seine eigenen Vorstellungen, die ihn bewogen, nach PY zu ziehen.

In meinem Fall ist es das veraenderte Spanien, das ich seit Ende der 60er kennen und lieben gelernt hatte. Aber da es sich eben zu sehr geaendert hat folgt der Aufbruch zu neuen Ufern.

Ich suche (und finde hoffentlich) das alte, mir so ans Herz gewachsene Leben auf dem Land oder am Dorfrand, unter freundlichen Menschen. Ich hielt es auf meinen bisherigen Stationen immer so, dass ich die deutsche Gemeinde mied. Und damit bin ich bestens gefahren. Ein paar Deutsche kannte ich schon, aber geschaeftlich hatte ich nie mit ihnen zu tun, denn sie hatten weder das KnowHow noch die Beziehungen und selten die sprachlichen Faehigkeiten eines "Eingeborenen".
Nach einer Konsolidierungsphase (vielleicht 1-2 Jahre) kann man sich das "Dazugehoeren" erarbeitet haben. Bisher war es jedenfalls bei mir so. Und das erwarte ich eigentlich auch in PY.

Infrastruktur: Da ich keine arbeitsmaessigen Ansprueche an PY stelle, ist mir die so gut wie wurscht. Macht fuer mich doch nur den Unterschied zwischen PKW oder 4-Rad und Chopper oder Enduro aus. Busse? Vielleicht mal den Luxusliner nach Buenos Aires und Montevideo. Krankenhaeuser, wenn man die mal dazu rechnet, soll es ja wohl in vernuenftiger Ausstattung geben.

Steigende Kriminalitaet: Es gibt wohl kaum eine Millionenstadt auf der Welt, in der ich mich nachts sicher fuehlte. Ueberfaelle in Cordoba und Sevilla hab ich selber am hellichten Tage miterlebt. Auf dem Lande - speziell auf grossen Grundstuecken - kann man seine Vorkehrungen treffen. Wie Jappy oefter betonte: Stell Dich mit den Nachbarn gut!

Korruption: Ist fuer Geschaeftsleute manchmal sehr behindernd, kann aber auch Tueren oeffnen. Den Privatmann tangierts kaum.

Lebensstandard: Ist wohl der Hauptgrund fuer die meisten Einwanderer. Da gab es ja schon seitenlange Diskussionen. Heraus kam, dass das Leben in ASU mit Kindern wesentlich teurer ist, als auf dem Land als Paerchen. Ich schrieb schon mal, haette ich PY frueher kennen gelernt, waere ich mit Kleinkindern hingezogen und mit einigen Kniffen haetten sie dann auch in Europa oder USA studieren koennen.

Alternativlaender? Gibt es zum Glueck, sonst wuerde PY ja ueberquellen. Wer will denn den Max Sky als Nachbarn? Geh zu Deiner kolumbianischen Rose, Max! Strandvogt kam aus Karibien, hatte ebenso seine Gruende, wie Kay, die lieber in D lebt, aber einen Koffer in PY hat. Oder Oli, der doch plant irgendwann (wegen der oportunidades, die PY bietet?) wieder nach PY zu ziehen. Wo anders kann ich mir einen Quadratkilometer Land leisten und einen Nachbau des Taj Mahal darauf setzen?

Gestern las ich gerade eine Annonce, in der eine Wohnung mit einem Schlafzimmer, Wohnzimmer, Bad auf dem sehr huebschen Sanibel Island im Golf von Mexico fuer 790.000 Dollar (knapp 4.000.000.000 Guaranis) angeboten wird. Was bekomme ich fuer den Preis von Pit vermittelt?

Don
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Paraguay2es
Gast
« Antwort #1 am: Januar 08, 2007, 01:06:58 »

Schöner,sehr "individueller" Beitrag,Apolda!Danke dafür.

Ich glaube,dass sich die Entscheidung f. Paraguay oder gegen Paraguay genau an diesen Punkten ausmacht...wobei die meisten Europäer wohl das Wort "Sicherheit" als Synonym für von Dir besprochener
Stichworte nennen würden."Sicherheit">>"Angst">>"Paraguay".....das scheint mir das "magische Dreieck".
Gruss!
Gespeichert
Apolda01
Gast
« am: Januar 08, 2007, 12:43:29 »

Traumland Paraguay?
Eine ganz persönliche Sichtweise!

Mittlerweile gibt es viele Webseiten die das Thema Paraguay/Auswandern behandeln.
Normalerweise kann sich jeder bei dieser Informationsflut seine eigene Meinung bilden.

Aber ist das so?

Analysiert man diese Webseiten genauer, so erhält man teils unterschiedliche Antworten auf
ein und dieselbe Frage. Ob beim Hausbau, Unterhaltskosten, Cedula, Kriminalität usw.,
die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden. Eine vernünftige und richtige Antwort scheint
es nicht zu geben.

Aber warum ist das so?

Paraguay ist so vielfältig wie kaum ein anderes Land. Ja, es gibt auf eine Frage mehrere
Antworten! Es kommt immer auf die persönlichen Wünsche und den Lebensstandart an.

Aber was kostet dieser Lebensstandart?

Gute Frage, ich kenne diese Antwort auch nicht. Kann aber von der Logik folgende
Antwort gebe. Ich habe mir die Lebensmittelpreise angeschaut, es gibt ein riesigen
Preisunterschied zwischen einheimischen- und europäischen Produkten. Grundstückspreise
variieren zwischen ein und einige Hundert Euro pro m², je nach Lage. Die einen Häuser müssen auf einer Bodenplatte gebaut werden, weil es dort einen sandigen Untergrund gibt, die
anderen brauchen keine, weil der Boden massiv ist. Dann gibt es Auswanderer, die brauchen
zwei bis drei Hausangestellt, andere Kochen selbst und haben Spaß an der Gartenarbeit.
Einige Familien kommen mit umgerechnet 800 Euro sehr gut über die Runden, andere
benötigen 3000 Euro, je nach persönlichem Bedürfnis!

Viele Menschen bezeichnen Paraguay als „Drittes Weltland“ mit allen seinen negativen
Auswirkungen!

Ja, Paraguay hat eine schlechte Infrastruktur!
Ja, Paraguay hat eine steigende Kriminalitätsrate!
Ja, Paraguay ist korrupt!

Die drei aufgeführten Beispiele kann man nicht schönreden, es ist so!

Infrastruktur:
Wie war die Infrastruktur der ersten Deutschen, die nach Paraguay gekommen sind?
Es gab überhaupt keine, es gab so gut wie keine Straßen, keine Supermärkte, keine
Ärzte in der Nähe, nur dichter Busch der erst einmal gerodet werden musste! Die Menschen
hatten nicht einmal das Nötigste zum Leben! Dagegen haben wir heute paradiesische Verhältnisse.

Steigende Kriminalität:
In Paraguay steigt die Kriminalität wie woanders in der Welt auch! In Deutschland wurden
die Kriterien der Kriminalitätsstatistik so geändert, das wir natürlich kaum eine haben.
Ich würde gerne ein statistischen Vergleich zwischen Deutschland und Paraguay machen, aber aufgrund von fehlenden Zahlen seitens der PY Regierung ist das nicht oder nur sehr
schwer möglich. Irgendwo habe ich mal einen Beitrag über Mord in PY gelesen, eine
aufgebrachte Userin hat sodann festgestellt, wie „brutal“ Paraguay doch ist!
Jedoch hat sie aber nicht bedacht, dass alleine im Jahr 2005 in Deutschland über 2300 Menschen ermordet wurden, Straftaten insgesamt: 6 391 715 !!!
Hier ein Link, damit jeder die Kriminalität in Deutschland kennt:

http://www.bka.de/pks/pks2005/download/pks-jb_2005_bka.pdf

Dagegen ist es doch fromm und friedlich in Paraguay.


Korruption:
Bei der Korruption in Paraguay denkt man immer negativ, man kann diese
aber auch positiv für sich nutzen, ohne das für andere ein Schaden entsteht.

Beispiel:

Überfahre ich in Deutschland soeben bei „Kirschgrün“ eine Ampel, dann werden direkt
einige Hundert Euro kassiert, zudem gibt es ein Fahrverbot. In PY gibt es ein Trinkgeld
und beide Parteien sind glücklich. Man sollte nicht immer die negativen Seiten einer
Sache sehen, sondern von den positiven profitieren! Natürlich gibt es auch die Wegelagerer
der Polizei, aber dafür spart man an anderer Stelle.


Warum nach Paraguay?

Bevor sich jemand für ein Land entscheidet, sollte er DAS und auch andere Altanativländer
besucht haben! Paraguay ist für mich ein Land, dass eine gewisse Freiheit ausstrahlt, die es in
Europa nicht mehr gibt. Die meisten Lateinamerikanischen Länder sind für mich zu europäisch!

So das waren mal ein paar Gedankengänger und eine ganz persönliche Meinung von
mir! In den nächsten Tagen werden ich noch einmal etwas ausführlicher dazu schreiben.
Diesen Text habe ich in 10 Minuten Zweifingersystem geschrieben, ich bitte die Fehler
zu entschuldigen.

Apolda01   

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