News: News: PARAGUAYSERVICE
http://www.pylogic.com/ - http://www.paraguayservice.com/     mail@pylogic.com  SKYPE: paraguay57 
Tel.: +595 21 944076  Handy: +595 991 204037   CHAT: http://pylogic.com/chat/phpMyChat.php3
Hausbau-Immobilien-Dokumente-Verzollung-Umzug-Firmengründung-Buchhaltung-Steuerzahlung-Rechtshilfe-Webdesign-Import-export

NEU: Ab sofort ist die Rechtsanwaltskanzlei Hasengruber & Vera in Villa Elisa in Betrieb - Tel.: +595 21 944076  Handy: +595 991 204037
 
Seiten: [1] 2   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Indianer in Paraguay  (Gelesen 1639 mal)
Konstrukteur
Gast
« Antwort #27 am: August 03, 2007, 08:15:24 »

ARGENTINIEN

Der Mann, der Wärme bringt


Thomas Deininger kümmert sich gemeinsam mit einem Steyler Missionar um die Indianer. Für den deutschen Bauingenieur ist der Busch zur wahren Heimat geworden.
 VON BENEDIKT VALLENDAR, EL SOBERBIO



AUF EIGENEM GRUND:  Im argentinischen Hochland leben Thomas Deininger, seine Frau Catalina und die Kinder in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland ist ihm viel zu hektisch, meint der Ingenieur. 

 
Ast für Ast schlägt Thomas Deininger einen Pfad durch den Dschungel. Lianen, kleine Bäume und Gestrüpp machen das Durchkommen für den 38-Jährigen und seine Gruppe schwer. Die Teilnehmer der Urwald-erkundung sind zwei Studenten, ein Journalist und ein mit Deininger befreundeter Indianer vom Stamm der Guaraní. Sie besuchen die Pfarrei Cristo Rey in der Nähe von El Soberbio, einem Dorf an der Grenze zu Brasilien, rund 1200 Kilometer nordwestlich der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. El Soberbio gehört zur Provinz Misiones, benannt nach den ersten Jesuitenmissionaren, die Anfang des 17. Jahrhunderts als Vorboten des Christentums nach Argentinien kamen.

Meter um Meter kämpft sich die Gruppe voran. Die Sonne steht hoch am Himmel. Bunte Vögel flattern von Baum zu Baum, Kleintiere rascheln im Unterholz. Es geht durch Bäche, vorbei an dichtem Farnkraut und glitschigen Felsvorsprüngen. Und nicht immer weiß der Fuß, was sich unter dem Wurzelwerk befindet, auf das er gerade tritt. Es könnte eine Schlange sein. „Durch Luftschwingungen würde die Schlange rechtzeitig merken, wenn ein Mensch im Anmarsch ist, und sich verkriechen“, versucht Deininger zu beruhigen. Nach vierstündigem Fußmarsch sind sie am Ziel.

Das Geschenk der Stille

Auf einer Anhöhe hat sich Deininger ein bescheidenes Anwesen für seine Frau Catalina da Silva und deren zehn Kinder aus erster Ehe gebaut. Vor zwei Jahren haben sie geheiratet. Kennengelernt haben sich der Deutsche und die gebürtige Brasilianerin, als Deininger Catalinas ältester Tochter bei einem zweimonatigen Besuch in El Soberbio Englischunterrichterteilte. Catalinas erster Mann war drei Jahre zuvor bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen. Da hatte Deininger seine Zelte in Deutschland längst abgebrochen. „Das Leben war mir dort zu hektisch und unpersönlich“, sagt er. „In Argentinien muss ich auf viele Annehmlichkeiten verzichten, doch die Lebensqualität ist hier höher als daheim.“

Er habe das Gefühl, als nehme er die Stille des argentinischen Hochlandes intensiver wahr als die Begegnung mit der Stille in Deutschland. Das klingt nicht gerade so, als würde er die alte Heimat vermissen. Nach dem Abitur im Jahre 1988 war Deininger als „Missionar auf Zeit“ im Auftrag des Steyler Missionsordens erstmals nach El Soberbio gekommen. Er verliebte sich in Land und Leute, kehrte aber zunächst nach Deutschland zurück, um zu studieren. Deininger arbeitete nach dem Diplom einige Jahre in seinem Beruf als Ingenieur und entschloss sich zum Neuanfang in der Ferne – ohne zu wissen, was er in Argentinien arbeiten wollte. „Nur weg aus Deutschland, hab ich damals gesagt.“ Dann lernte er Cata-lina kennen. Sie beschlossen, zusammenzubleiben und mit den Kindern in den Busch zu ziehen. Aus der „Flucht“ wareine Übersiedlung auf Dauer geworden.

Rund 80 Quadratmeter Wohnfläche, daneben Stallungen für Hühner, Schweine und ein Dutzend Kühe misst das Areal, auf dem er und seine Familieleben. Die Deiningers sind Selbstversorger. An diesem Tag ist der Steyler Missionar Pater Georg Matussek zu Besuch. Matussek, geboren in Oberschlesien und seit mehr als vierzig Jahren in Argentinien, schaut häufig vorbei. Deiningers Domizil gehört zu seiner Pfarrei. Wenn der Pater von einer Außenstation kommt, isst er dort gern zu Mittag und ruht sich aus von den Fahrten über Land. Seine Pfarrei ist etwa so groß wie das Saarland.

Von dem kleinen Berg aus hat derBesucher einen herrlichen Blick auf die bizarr schöne Landschaft der ProvinzMisiones. Zerklüftete Berge mit roten Felsvorsprüngen, tiefe Täler, in denen sich der Nebel manchmal bis in dieMittagszeit hält, und östlich davon die Weiten des Urwaldes, dessen Dichte eine große Ursprünglichkeit bewahrt hat. Es ist die Heimat der Guaraní-Indianer, der Ureinwohner Argentiniens, die auch in Paraguay leben. Noch hat Familie Deininger keinen Strom. Leitungen, sollen bald gelegt werden. Auch für Wasser, aber „wir werden alles so installieren, dass kein Kurzschluss entsteht.“

Bis alles verlegt ist, kommt das kühle Nass aus einer Zisterne. Die Kochstelle wird mit Holz und getrockneten Kuh-fladen betrieben. Catalina hat das Mittagessen zubereitet. Auf dem Tisch stehen Rinderbraten, Asado genannt, dazu Süßkartoffeln, Empanadas, Gemüse undGaseosa, eine Zitronenlimonade. Zum Nachtisch gibt es frisch gepflückte Mandarinen aus dem Garten und Tee ausMateblättern. Kürzlich hat Deininger 30 Hektar Land hinzugekauft. „Dort sollen Gemüse und Matesträucher wachsen.“

Obwohl Deininger in der Wildnis lebt, ist sein Lebensstandard weit höher als der der anderen Urwaldbewohner. Seine Nachbarn, die Guaraní, leben wie zu Zeiten der spanischen Kolonisation in provisorisch bedeckten Strohhütten und mit offener Kochstelle. In dieser Nacht soll es kalt werden, doch viele Indianerkinder schlafen auf der nackten Erde. „Erst kürzlich sind wieder einige Drei- bis Sechsjährige an Unterkühlung und Unterernährung gestorben“, sagt Deininger.

Nichts Ungewöhnliches in Misiones. „Die Zeitungen berichten darüber, die Provinzregierung schickt dann, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen, einen Lkw mit Decken und Fleischkonserven in den Busch, und das war's.“ Häufig ist bei solchen Aktionen auch der PR-Beauftragte des Provinzgouverneurs dabei, stets eifrig bemüht, die Hilfsaktion ins rechte Licht zu rücken. „So läuft das immer, doch im Grunde ändert sich gar nichts. Es werden jedesmal nur Symptome bekämpft“, schimpft Deininger. Pater Matussek pflichtet ihm bei. Er hat im Laufe seines langen Missionarslebens zahlreichen Indianerfamilien feste Unterkünfte mit sanitären Anlagen gebaut. Er hat dafür gesorgt, dass ihre steinernen Siedlungen nach und nach an das Stromnetz angeschlossen wurden und die Frauen ihre Kinder nicht mehr unter einem Verschlag aus Ästen zur Welt bringen müssen.

Sie misstrauen den Weißen

Ein Hebammendienst schaut nun in einigen Siedlungen regelmäßig nach dem Rechten und kümmert sich um die werdenden Mütter. Die Frauen werden untersucht, sie bekommen kostenlos Medikamente, und manchmal sorgt der Dienst dafür, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden.

„Für die Regierung sind die Guaraní ein ungelöstes Problem, da sie sich nur selten in die westlich geprägte Gesellschaft Argentiniens integrieren lassen“, sagt Deininger. Im Laufe der Geschichte sind ihre Vorfahren häufig Opfer kriegerischer Auseinandersetzungen gewesen. ImTripel-Allianz-Krieg von 1864 bis 1870 zwischen Paraguay, Brasilien, Argentinien und Uruguay wurden Zehntausende von Guaraní hingeschlachtet.

Das Misstrauen gegenüber den Weißen ist groß. Nur zur Kirche haben sie einigermaßen Vertrauen. Denn in der Vergangenheit waren es wiederholt Mitarbeiter katholischer Hilfswerke, Ordensleute und Priester, die sich für die Indianer eingesetzt und damit ihre eigene Glaubwürdigkeit unterstrichen haben. „Noch immer haben die meisten Guaraní den Hang, mit und von der Natur zu leben“, sagt Deininger. So wie sie dies seit Jahrhunderten tun. Allerdings haben Flora und Fauna in den vergangenen Jahren arg gelitten. Deininger und seine Familie leben in gewisser Weise auf einer „Insel“. An vielen Stellen der Provinz Misiones werden die Wälder abgeholzt, weil in den Papierfabriken ständig Holzbedarfbesteht. Der Urwald verschwindet, anseiner Stelle werden großflächig schnell wachsende Fichten angepflanzt.

Nach dem Mittagessen machen sich Deininger und Matussek auf den Weg. Mit dem Auto geht es in eine rund 120 Kilometer entfernt liegende Indianersiedlung. Der Wagen ist ein Pickup. Auf der offenen Fläche hat Matussek mehrere neue Matratzen und pflegeleichte Baumwolldecken geladen. Ein befreundeter Unternehmer hat sie ihm für einen guten Preis überlassen. Rund vier Stunden dauert die Fahrt. Es geht durch den Dschungel, über unwegsame Sandpisten und Feldwege. Als sie ankommen, ist es schon dunkel. Eine Reifenpanne hat ihren Zeitplan durcheinandergebracht.

Nachts können die Temperaturen bis knapp unter null Grad sinken. Tagsüber scheint die Sonne. Aber sie wärmt nicht, „quema pero no calienta“, wie die Einheimischen sagen. Auf dem Hauptplatz brennt ein Feuer, um das herum sich in Decken gehüllte Indianer versammelt haben. „Die Frauen und Kinder schlafen schon“, sagt Deininger zu Matussek. „Wir dürfen beim Ausladen nicht allzu viel Lärm machen.“ Der Pater kurbelt das Fenster herunter und ruft mit gedämpfter Stimme einen der Männer herbei. Sie sollen den Pickup entladen. Manche der Frauen, Alten und Kleinkinder kauern unter Astgeflechten auf der nackten Erde, mit Wolldecken über den Schultern und aneinandergeschmiegt.

Nach einem kurzen Gespräch mit Paco, dem 25-jährigen Häuptling, können die Matratzen abgeladen werden. Als Einziger in der Siedlung spricht Paco Spanisch. Die anderen aus seinem Stamm verstehen es nur, denn untereinander unterhalten sie sich in ihrer eigenen Sprache. Darin liegt ein Hauptproblem für die mangelhafte Integration der Indianer in die argentinische Gesellschaft. Wer am sozialen Leben der Mehrheit teilhaben möchte, muss Spanisch können.

Besser schlafen auf Matratzen

Das lernen die Kinder vor allem durch regelmäßigen Schulbesuch. Sie sollten es zumindest. Denn die Schulaufsicht der Provinz kontrolliert bei den Indianern nur halbherzig, ob deren Kinder auchtatsächlich eingeschult werden. Wer unwissend bleibt, der stellt später keine unangenehmen Fragen oder wird gar rebellisch, lautet die zynische Devise in den Amtsstuben. In den Augen vieler Beamter sind Guaraní Menschen zweiter Klasse, die keiner Schuldbildung bedürfen. Das sprechen die Staatsbediensteten nicht offen aus, doch ihre Amtsführung lässt keinen Zweifel an dieser Grundhaltung.

Das Feuer auf dem Dorfplatz lodert noch immer. Müde trotten ein paar Frauen heran, einige haben Säuglinge dabei. „Mit den Matratzen haben wir nicht gerechnet“, bedankt sich der Häuptling. Helfer bringen die behelfsmäßigen Betten in die Hütten und verteilen sie an dieBewohner. Vorsorglich hat Matussek mehrere stabile Plastikplanen mitgebracht, die die Helfer im Schein seiner batteriebetriebenen Stablampe ausrollen und auf denen die Matratzen verlegt werden. Deininger, Matussek und der Häuptling kennen sich gut. „Der Pater – für mich ist er wie ein Vater“, sagt der Häuptling. Und Deininger sein bester Freund. Regelmäßig sehen beide in der Siedlung nach dem Rechten. Mal ist es die Pumpanlage, die repariert, oder eine von Termiten zerfressene Holzwand, die neu aufgerichtet werden muss.

Es bleibt Zeit für ein Schwätzchen am Feuer. Mit angezogenen Knien hocken Deininger und Matussek auf den mitgebrachten Felddecken. Die Frau des Häuptlings reicht heißen Mate-Tee.

Was Auswanderer antreibt

Knapp 145 000 Bundesbürger haben 2006 ihren Wohnsitz ins Ausland verlegt. Die meisten zog es in die Schweiz und nach Österreich (16 Prozent), in die USA oder nach Kanada (8 Prozent). Beliebt waren Polen und Großbritannien (jeweils 6 Prozent) sowie Frankreich und Spanien (je 5 Prozent). Die Universität Göttingen hat die Biografien deutscher Auswanderer analysiert. Ihre Lebensläufe zeigen, so Ulrike Pape von der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen, dass Auswanderungsmotive wie Selbstverwirklichung oder Abenteuerlust vor dem Hintergrund der Säkularisierung und Globalisierung gesehen werden müssen. In den Erklärungsversuchen und Lebensläufen der Auswanderer spielt Individualismus eine zentrale Rolle. Dieser findet Ausdruck im Streben nach Anderssein, Aktivität und Autonomie und bestimmt vor, während und nach der Auswanderung die persönlichen Lebens- und Zukunftspläne. Während bei den jüngeren und ungebundenen Auswanderern unter den Befragten der Gedanke überwog, mit dem Gang ins Ausland sich selbst ausprobieren zu wollen, dominierte in der Gruppe der Älteren und Etablierten der Wunsch, sich von Stillstand und Routine in Deutschland abzuwenden. RM


Internet: www.migration-info.de, www.steyler-mission.de

Quelle: http://www.merkur.de/2007_31_Der_Mann__der_Wae.22379.0.html?&no_cache=1
Gespeichert
Konstrukteur
Gast
« Antwort #26 am: Juli 30, 2007, 03:18:06 »

FIAN: 17.000 Postkarten für Indigene in Paraguay

Köln (30.7.07): FIAN fordert die Rückgabe des Landes der indigenen Yakye Axa im paraguayischen Chaco. Mehr als 17.000 unterschriebene Postkarten zugunsten der indigenen Gemeinde Yakye Axa wurden übergeben.
 
FIAN führte zusammen mit dem Weltgebetstag der Frauen am 2. März bundesweit eine Postkartenaktion durch, um auf die Situation der Yakye Axa aufmerksam zu machen: 90 Familien der genannten Gemeinde campieren seit 1996 unter extrem schlechten Lebensbedingungen in der Nähe ihres einstigen Gemeinschaftslandes Lomo Verde und kämpfen ums Überleben und den Zugang zu ihrem traditionellen Land.
 
Die Besetzung und wirtschaftliche Ausbeutung ihres Landes durch Viehzüchter veranlassten die Yakye Axa 1986 ihr traditionelles Gebiet in Lomo Verde zu verlassen. Zehn Jahre später (1996) wurde ihnen bei der Rückkehr nach Lomo Verde der Zugang verwehrt - dieses Land ist heute Eigentum des Viehzuchtunternehmens Lomo Verde S.A.. Seitdem leben die Familien am Rande der Bundesstraße im Department Presidente Hayes in unmittelbarer Nähe ihres ehemaligen Siedlungsgebiets. Sie verfügen weder über eine angemessene Unterkunft, sanitäre Anlagen, Elektrizität, Wasserversorgung noch über eine Schule für ihre Kinder. Ohne Zugang zu Land ist eine Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln nicht möglich.
 
Die erfolglose Rückforderung des Landes auf nationaler Ebene führte zur Verhandlung des Falls der Yakye Axa vor dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte. Das Gericht entschied am 17. Juni 2005, Paraguay habe dafür zu sorgen, dass die Indigenen ihr Land zurückbekommen. Außerdem wurden Überbrückungs- und Entschädigungsmaßnahmen angeordnet. Dem ist der Staat Paraguay in den entscheidenden Punkten bis heute nicht nachgekommen.
 
Die sofortige und vollständige Umsetzung des Urteils steht im Mittelpunkt der Forderungen von FIAN, Tierraviva und den Tausenden von engagierten Frauen, die sich - vor allem in Deutschland – anlässlich des Weltgebetstages an der Postkartenaktion beteiligt haben.

Quelle: http://www.glocalist.com/index.php?id=20&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2002&tx_ttnews%5Bcat%5D=6&cHash=a3ac5f7c60k
Gespeichert
JustNow2
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 579


« Antwort #25 am: Juli 26, 2007, 12:32:27 »

morgen besichtigt man Bäume im eingezäunten und bewachten Wäldchen gegen Eintrittsgeld

Ja, Konstrukteur!

Solche Szenarien muss man sich vor Augen halten, um (auch selbst) nicht allzu schnell wieder zur Tagesordnung überzugehen.

Allerdings kann internationaler Druck -  gerade gegenüber  einem kleinen, unbedeutenden Land - durchaus etwas bewirken.

So wird sich ein Gigant wie Brasilien, bei dem sich seit Jahrzehnten ähnliches vollzieht,  vermutlich einen Dreck um internationale Reaktionen kümmern; während das kleine Paraguay sich diese Art von  Ignoranz wohl kaum leisten könnte.

Nur leider .... gibt es niemand wirklich Ernstzunehmenden, der sich engagiert!

Gruss JustNow

Gespeichert
Konstrukteur
Gast
« Antwort #24 am: Juli 26, 2007, 08:53:07 »

Hallo JustNow,

es ist schon wirklich traurig was da passiert. Aber welche Regierung will schon Druck auf Paraguay ausüben? Paraguay ist doch im weltweiten Vergleich absolut uninteressant. Natürlich verdienen die Staatsdiener hier in PY ihr Geld mit diesem Raub………aber in anderen Teilen der Welt ist es doch nicht anders – LEIDER!

Die einzigen die gegen solche Machenschaften kämpfen sind doch meist die nichtstaatlichen Organisationen und Vereine. Leider gibt es von denen hier zu wenig bzw. haben sie nicht die Macht etwas großartig zu verändern.

Heute besichtigt man fast ausgestorbene Tiere im Zoo und morgen besichtigt man Bäume im eingezäunten und bewachten Wäldchen gegen Eintrittsgeld!

Gruss
Gespeichert
JustNow2
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 579


« Antwort #23 am: Juli 26, 2007, 08:10:30 »

Hallo Konstrukteur,

unglaublich, dass illegale Rodungen dieses Ausmaßes überhaupt durchführbar sind.

Ich lese es und kapiere nicht,  wie es dazu kommen kann, da es sich bei DIESEN Größenordnungen, um keine Nacht- und Nebelaktionen handelt. 

Immerhin müssen Mengen an Maschinen transportiert und über längere Zeiträume Camps eingerichtet werden und im übrigen steht auch der/die Nutzniesser ohnehin fest.

Derartige Aktionen nicht nur angemessen, sondern exemplarisch zu ahnden, kann also kein Thema sein!

Gerade weil sich in diesem Falle kaum Spuren verwischen lassen, erscheint es zwingend, dass hochrangige Staatsdiener, die keine Konsequenzen aus etwaigen (wenn überhaupt, Pseudo-) Ermittlungen zu  fürchten haben, zu den Profiteuren gehören.

Jedenfalls sind es gerade solche Berichte, bei denen ich mich frage, wozu wir uns einen zahnlosen Tiger, wie die (Milliarden verpulvernde) UNO leisten, wenn nicht einmal der Versuch unternommen wird, auf ein wirtschaftl. schwaches - also dirigierbares - Land wie PY, Druck auszuüben.

Und wann überhaupt (wenn nicht jetzt, im Vorfeld der Wahlen) dürfte man hoffen, dass eine, nicht gänzlich machtlose PY-Opposition, solche Machenschaften dankbar aufgreift?

Ist schon fatal, dass man keine Antworten findet.

Nicht zuletzt deshalb erinnert mich das ganze an einen der letzten Dapy-Blogs, wonach (im Zusammenhang mit dem Itaipu-Kraftwerk) aberwitzige Beträge, deren utopische Höhe, sich zur teilweisen Sanierung des PY-Haushaltes eignen würde, versickert bleiben, obwohl ernsthafte Nachforschungen, doch problemlos zur Feststellung derjenigen führen müssten, die sich risikolos, weil ungestraft, die Taschen gefüllt haben.

JustNow
Gespeichert
Konstrukteur
Gast
« Antwort #22 am: Juli 25, 2007, 08:38:13 »

Paraguay: Satellitenbilder enthüllen Zerstörung von Stammesgebieten

Politik, Recht & Gesellschaft

Pressemitteilung von: Survival International Deutschland e.V. 

(openPR) - 25. Juli 2007 - Satellitenbilder haben offenbart, dass die letzte Zuflucht unkontaktierter südamerikanischer Indianer illegal zerstört wurde. Das Land des Ayoreo-Totobiegosode-Stammes in Paraguay wird rasend schnell von Bulldozern planiert, sodass die Indianer sich nur noch in die letzten verbliebenen Fleckchen des Waldes retten konnten. Viele Ayoreo wurden bei den letzten Zusammenstößen mit Menschen von außerhalb getötet.

Der Survival-Forscher Jonathan Mazower kehrte erst vor Kurzem aus Paraguay zurück, wo er Verwandte der isoliert lebenden Indianer traf. Er interviewte Ayoreos, die 2004 mit der Außenwelt Kontakte geknüpft hatten, weil ihre Waldheimat immer mehr verschwand.

Der Ayoreo Ojnai sagte: „Dieses ganze Land gehörte unseren Vorfahren, aber die Weißen werden es uns wegnehmen. Mich stürzen die Rodungen in grossen Kummer, weil wir nicht wissen, wo genau die Menschen im Wald leben. Ich habe eine Schwester unter ihnen.“

Jonathan Mazower sagte heute: „Das Land der Ayoreo ist fast gänzlich in den Händen der mächtigen Großgrundbesitzer, die den Wald für die Viehzucht planieren. Diejenigen, die derzeit Kontakt mit Außenstehenden haben versuchen, das Verbliebene von ihrem Wald zu bewahren, um ihre unkontaktierten Verwandten zu retten. Obwohl die Regierung Paraguays sehr rasch handelt, bleibt den isolierten Indianern kein Versteck mehr. Survival hat eine Kampagne gestartet, mit der Menschen dazu aufgerufen werden, dem Präsidenten Paraguays zu schreiben und ihn zu bitten, das Land der Ayoreo zu schützen.

Jonathan Mazower steht auch für Interviews zur Verfügung.
Fotos und Filmmaterial sind auf Anfrage erhältlich.
 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Laura Engel, Tel.: 030-72293108 oder per
E-Mail an info@survival-international.de

Survival International Deutschland e.V.
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalderstr.4
10405 Berlin

Laura Engel
030-72293108
info@survival-international.de

Survival International ist eine weltweit aktive Nicht-Regierungsorganisation, die sich für die Rechte von indigenen Gruppen einsetzt. Dabei konzentrieren wir uns auf diejenigen, die in grösster Isolation und fernab der Außenwelt leben. Sie sind am meisten bedroht und sind dabei alles zu verlieren – auch ihr Leben. Survival International legt den Schwerpunkt auf Kampagnen und Aufklärungsarbeit als effektive Methode, langfristig Verbesserungen für indigene Gruppen zu erreichen. Zudem bemühen wir uns, bestehende Vorurteile durch Bildungsarbeit abzubauen

Quelle: http://openpr.de/news/148321/Paraguay-Satellitenbilder-enthuellen-Zerstoerung-von-Stammesgebieten.html

Gespeichert
Apolda
Gast
« Antwort #21 am: Februar 28, 2007, 05:29:43 »

Die letzten Wald-Indianer Paraguays sind bedroht

Der Ökumenische Weltgebetstag der Frauen fördert 2007 u. a. ein Projekt in Paraguay

Das Projekt Filadelfia in Paraguay ist eines von 15 Projekten in mehreren Ländern, das heuer vom Ökumenischen Weltgebetstag der Frauen (WGT) unterstützt wird. Dabei soll vor allem der bedrohte Lebensraum der Ethnie der Ayoreos geschützt werden.
Im Nordwesten von Paraguay, im Gebiet des Gran Chaco, einer Region mit Trockenwäldern und Buschsavannen, leben die letzten Gruppen der indigenen Ethnie der Ayoreos. Sie hatten bis heute keinen Kontakt mit westlich orientierten Menschen. „Das soll auch so bleiben“, sagt Eva Dürr, Projektreferentin des Ökumenischen Weltgebetstags der Frauen. Doch der Lebensraum der Ayoreos ist zunehmend bedroht. „Das größte Problem sind die Großgrundbesitzer, die den Chaco-Wald gnadenlos abholzen, um Rinderweiden anzulegen. So wird der Lebensraum der Wald-Indianer zerstört. Ayoreos sind Nomaden, sie brauchen ein großes Gebiet, weil sie ständig weiterwandern. Durch Rinderzäune werden ihre Wanderwege abgeschnitten und durch neu gebaute Straßen vertrocknen ihre Wasserläufe“, erklärt Eva Dürr.

Schutz. Die paraguayanische Organisation Iniciativa Amotocodie, die vom WGT gefördert wird, hat sich zum Schutz der Ayoreos zwei Schwerpunkte gesetzt. „Einerseits sollen die Gruppen, die im Wald leben und nach wie vor keinen Kontakt mit der weißen Zivilisation haben, geschützt werden. Andererseits werden die Ayoreos, die bereits in unserer Welt leben, gestärkt und gefördert“, so Dürr. Viele Wald-Indianer seien im 20. Jahrhundert von Missionaren gewaltsam aus dem Wald geholt worden. Man habe sie für zurückgeblieben und unterentwickelt gehalten und wollte sie zwangsmissionieren, erzählt Dürr. „Diese Ayoreos leben heute in den Außengegenden der paraguayanischen Stadt Filadelfia in Camps oder Missionsstellen, in Lehmhütten, unter Holzverschlägen oder Plastikplanen. Sie sind ihrer kulturellen Identität beraubt worden und haben in der dominanten Gesellschaft keine Chance.“ Deshalb wollen viele von ihnen wieder zurück in den Wald. „Dort müssen sie allerdings auf begrenzten Grundstücken leben und rund um ihr Gebiet findet weiterhin Abholzung statt. Das ist nur eine vorübergehende Lösung für die Wald-Indianer. Doch der Wille der Ayoreos, zurückzukehren ist größer, als der Zweifel und all die Probleme, die damit zusammenhängen. Jetzt leben noch die letzten Alten dieser ethnischen Gruppen, die den Kindern beibringen können, wie man im Wald lebt. Wenn die Alten einmal sterben, ist alles verloren“, so Dürr.


Quelle: http://www.dioezese-linz.at/redaktion/index.php?action_new=Lesen&Article_ID=35898

Apolda
Gespeichert
apolda02
Gast
« Antwort #20 am: Januar 20, 2007, 02:34:05 »

Asuncion: Indianer harren aus. - Immer noch lagern Indianer der Etnie Mbya vor dem Gebäude des Indianerinstituts INDI. Sie warten auf eine Antwort auf ihre Forderung nach mehr Unterstützung. Sie wollen Land und die Lieferung von Lebensmitteln und Fahrkarten für die Rückfahrt in ihre Ortschaften. Laut dem INDI-Leiter, Augusto Fogel, wüssten die Indianer nicht, welch Aufwand nötig sei, um ihren Forderungen nachzukommen. Es sei heutzutage nicht mehr so einfach schnell Land oder ausreichend Lebensmitteln zu beschaffen. Dem Indianerinstitut stünden für dieses Jahr an die sieben Milliarden Guaranies zur Verfügung, um die indigene Bevölkerung zu unterstützen. Davon sind zwei Milliarden Guaranies für Landkäufe bestimmt, sowohl im Chaco als auch in Ostparaguay. (abc)

http://www.zp30.com.py/

Apolda01
Gespeichert
apolda02
Gast
« Antwort #19 am: Januar 16, 2007, 03:00:50 »

Asuncion: Indianer bitten Regierung um Hilfe. - Indianer aus Guaira sind erneut nach Asuncion gefahren. Sie wollen im Institut für Indigene Fragen INDI um Hilfe bitten. Sie beklagen sich über fehlende Lebensmittel, die hohe Kriminalität und mangelnde medizinische Versorgung. Die Indianer kommen aus der Stadt Tacuaro in der Nähe von Villarica, 220 Kilometer von Asuncion entfernt. Sie fordern mehr Unterstützung von seiten der Regierung. Laut dem Vorsitzenden der Gemeinschaft, Lucio Barrio, seien sie in die Hauptstadt gekommen, um Hilfe zu suchen. Die indigene Gemeinschaft werde Opfer von Gewalt-Taten, Hunger und Gesundheits-Problemen heimgesucht. Seit gestern lagern die Indianer vor dem INDI-Gebäude. Sie wollen dort so lange ausharren, bis die Regierung eine Lösung der Probleme anbietet. (uh)


Asuncion: INDI vergibt Land. - Das Indianerinstitut INDI hat im Chaco Land für Indianer zur Verfügung gestellt. Es handelt sich dabei um 38-tausend 400 Hektar, die nördlich von Teniente Enciso in der Nähe des Naturschutz-Gebietes Médanos del Chaco liegt. Das Land wird künftig den Indianern der Ethnie Guaraní Ñandéva gehören. Das teilte der INDI-Vorsitzende, Augusto Fogel, mit. Das Landstück wurde von INDI bereits 1997 erworben. Der Landtitel wurde jedoch erst am vergangenen Freitag an INDI überschrieben. Laut Presseangaben wurde das Land von der Familie Calvet für 2,4 Milliarden Guaranies gekauft. (abc)
 

http://www.zp30.com.py/

Apolda01

Gespeichert
Apolda01
Gast
« Antwort #18 am: Januar 10, 2007, 01:15:12 »

Concepción: Hilfe für Indianer. - Jugendliche haben gestern 100 Pakete Lebensmittel an arme Indianerfamilien inder Stadt Concepción verteilt. An die 70 indigene Familien leben in den Vor-Orten von Concepción. Laut der Leiterin der Hilfs-Aktion, Lourdes Martí, haben die Jugendlichen die Lebensmittel mit einer Spenden-Aktion gesammelt und beachtliche Mengen an die indianische Bevölkerung verteilt. Wie Gustavo Sanguinés, ein Mitglied der Jugendgruppe mitteilte, werde diese Aktion bereits seit fünf Jahren durchgeführt. (uh)

http://www.zp30.com.py/

Apolda01
Gespeichert
Apolda01
Gast
« Antwort #17 am: Dezember 31, 2006, 02:42:16 »

Die letzten Nomaden Paraguays

Der Lebensraum des indigenen Volkes der Ayoreo im Grenzgebiet von Paraguay, Argentinien und Bolivien ist massiv bedroht. Nur wenige leben noch als Jäger und Sammler im Wald. Die Zeit drängt, um ihre einzigartige Kultur, ihre Lebensform und die Umwelt zu schützen…..

http://www.brot-fuer-die-welt.de/projekte/index.php?/projekte/41_6157_DEU_HTML.php


Apolda01



Gespeichert
Apolda01
Gast
« Antwort #16 am: Dezember 28, 2006, 02:30:03 »

Ausstellung
So leben die Indianer heute in Paraguay
http://www.abendblatt.de/daten/2006/12/28/659609.html

Apolda01

Gespeichert
Apolda01
Gast
« Antwort #15 am: Dezember 21, 2006, 10:18:21 »

Ich weiß daß in den USA die Inder Casinos und ander Geschäfte betreiben. Habe auch gehört daß Weiße dahinterstehen und dabei gut absahnen.
HH

Das war einmal, die Indianer (Florida) lassen jetzt die Bleichgesichter für sich
arbeiten, das hat aber etwas mit Glücksspiel/Rechte und Steuerbefreiung in
Reservate zutun.

Gruss

Apolda01

Gespeichert
Paraguay2es
Gast
« Antwort #14 am: Dezember 21, 2006, 10:04:16 »

"Ich meine natürlich daß in PY die Indianer keine Geschäfte betreiben"

>>>schon klar-verstanden und antizipiert.Mein Beispiel sollte aber zeigen,dass "Randgruppen ähnlicher Struktur " wie die indigene Bevölkerung Paraguay´s durchaus in die Lage versetzt werden können,
ein "moderneres" Leben zu führen (wenn sie es denn wollten....das sei hier vorausgesetzt....obwohl man das auch durchaus hinterfragen könnte)......durch entsprechendes Zurverfügungstellen von "Lernen" ....und der entsprechenden sozialen und finanziellen Infrastruktur.
(Kleines Beispiel dazu:man kann spezielle Bankstrukturen/Kreditstrukturen durchaus aufbauen....wie im ruralen Indien....wo Menschen gegen atypische Kreditsicherung Kleinkredite f. Gewerbe bekommen ...)

Es GINGE....wenn denn der politische/soziale Wille da wäre.Gerade und auch mit der Struktur Paraguays.

Ich würde jede Entwicklung in diese Richtung unterstützen.....so wie ich immer auch Projekte unterstütze,die sich direkt zur Linderung von Not/Ungerechtigkeiten engagieren.
Klar:es gibt auch da -immer-Streu-Verluste.....aber wenn wirklich nur 70% ankäme.....so what....dann ist es besser als garnichts.Aber:konkret/individuell/sehr punktgenau muss die Unterstützung schon möglichst eingesetzt werden.
Gruss!
Gespeichert
aisa
Der Paraguayexperte mit 19 Jahre Erfahrung
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 2861


Skype: paraguay57


WWW
« Antwort #13 am: Dezember 21, 2006, 09:25:52 »

Ich weiß daß in den USA die Inder Casinos und ander Geschäfte betreiben. Habe auch gehört daß Weiße dahinterstehen und dabei gut absahnen.

Ich meine natürlich daß in PY die Indianer keine Geschäfte betreiben. Über andere Länder kann ich nichts sagen.

HH
Gespeichert

PARAGUAYSERVICE *** http://www.pylogic.com/ *** http://www.paraguayservice.com/*** Hausbau-Immobilien-Dokumente-Verzollung-Umzug-Firmengründung-Buchhaltung-Steuerzahlung-Rechtsanwaltskanzlei-Import-export                  Skype: paraguay57
Seiten: [1] 2   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu: