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santiago
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« am: August 09, 2006, 04:03:35 » |
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Wie Lateinamerikaner von einer spanischen Firma abgezockt wurden.
Mitte der 80iger Jahre gab es eine Firma in Madrid, die gezielt aus den Branchenbuechern Produktionsfirmen von MX bis Argentinien suchten u. Ihnen einen schoenen Brief auf feinem Papier mit schoenem Logotyp schickten. Muy Se?ores nuestros…..
In diesem Brief wurde erwaehnt, dass “Ihre” Firma von Spanien aus, aus vielen anderen ausgewaehlt wurde u. dass der Empfaenger wuerdig ist, den “Galadon de Calidad Latinoamericano” zu empfangen. Also der Mexicaner, Venezolaner, usw. haette einen Preis gewonnen fuer die Qualitaet seiner Produkte. Diesen Brief erhielten Baecker genauso wie Schlosser, kleine Textilunternehmer, Elektro Unternehmen, Druckereien , querfeldein durch das ganze Branchenbuch. In jeder groesseren Stadt,in jedem Land Lateinamerikas. Der Clou: Der Preis muss nur noch in Madrid abgeholt werden, dafuer versprach ein Hochglanz Prospekt das event: In einem Saloon eines Nobelhotels in Madrid waere erst mal ein Begruessungs Coctail, dann gegenseitiges Kennenlernen, der anderen “Gewinner”, am naechsten Tag waere dann das Gala Dinner. Mit Musik u. Show Einlagen, jeder Gewinner wuerde dann aufs Podium gebeten werden, wo er unter Applaus den Preis fuer Calidad entgegennehmen wuerde, (auf dem Bild war eine Messingfigur zu sehen, die etwas abstraktes dastellte, Mischung aus Fussball WM u. Formel 1 Pokal) Etwas, was den Latino garantiert entzueckt. Ausserdem waere in diesem Event ein Foto Schnappschuss vorgesehen, genau im Moment wo ihm der Pokal von “einer ehemaligen spanischen Schoenheitskoenigin”, das auch noch, ueberreicht wird.
Kosten des ganzen Pakets: USD 4,000 fuer Begruessungs Coctail, Dinner, Bronzefigur, Applaus u. Foto mit der ehemaligen spanischen Schoenheitskoenigin und eine Nacht im Hotel (ohne ehemalige Schoenheitskoenigin stell ich mir vor)
4000 Bucks fuer die Eitelkeit, Flug und eventuelle Extra nights nicht mit einbegriffen.
Das seltsame war, dass diese “Qualitaetspreise” einfach so vergeben wurden. In dem schoenen Brieflein stand, der Bewerber sei “ausgesucht worden” nie verlangte man eine Probe seiner Arbeiten, kein Muster, nicht mal ein Foto.
Eine Menge Leute fielen darauf herein. Kauften sich Tickets nach Madrid, zahlten 4,000 Dollars fuer ihr Ego (das ist ja hier reichlich vorhanden u. der spanische Veranstalter wusste das) ich kannte einen kleinen Textilfabrikanten, der flog ein Jahr spaeter rueber, (dieses event wurde alle Jahre wiederholt) kam mit seiner billigen Bronzefigur zurueck, liess sich dafuer extra einen Platz in seinem office herrichten mit dezentem spotlight auf die Figur wo sie jahrelang stand u. hatte eigentlich nie das Gefuehl, das er ueber den Tisch gezogen wurde. Das Foto mit der ehemaligen Schoenheitskoenigin, wie sie ihm die Trophaee gab hatte auch noch eingerahmt. Erzaehlte, dass an diesem Abend um die 400 Lateinamerikaner « ausgezeichnet » wurden u. er einen tollen Abend verbracht haette. 4000 Dollars bei 400 Leuten sind 1.6 Millionen Dollars.
Frage; wieviel kostet eine Nacht Hotel fuer 400 Leute, (wahrscheinlich Gruppen Rabatt)wieviel die Anmietung des Saloons, eines Orchesters, Essen, Coctail, die Bronzefigur, das Foto u. die ehemalige spanische Schoenheitskoenigin. Und wieviel davon blieben dem Veranstalter davon uebrig. Wahrscheinlich eine ganze Menge, die er von gutglaeubigen, “eitlen” u. blauaegigen Menschen aus Lateinamerika abgezockt hat. Werde versuchen, den Mann zu finden, der damals drueben war um an den Namen dieses Veranstalters zu kommen. Ich weiss, “jeder ist selber schuld” wenn er da reinfaellt. Aber ist etwa der Heranwachsende auch Schuld, wenn ihm irgendein Schwein Koks auf den Tisch schiebt u. sagt “probier mal”.
Gruss Santiago
diese Firma duerfte heute auch noch agieren, wahrscheinlich haben sie ihre Methode noch etwas verfeinert.
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