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Autor Thema: November - man gedenkt den Toten in Mexico  (Gelesen 252 mal)
XYZ
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« Antwort #1 am: Oktober 10, 2010, 05:53:20 »

Schöne Info. Da kommt bei mir die Frage nach dem Sinn bzw. Bedeutung des deutschen(?) Lebkuchenherzens auf.

mampfende Grüsse  XYZ
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santiago
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« am: Oktober 09, 2010, 12:16:18 »

mal die ruhige Zeit hier mehr auszunuetzen, jetzt geht es auf November zu, der Monat der Toten ....
Man denkt an Sie u. feiert ......


der Tod in Mexico ist eine Sache wo man eigentlich eine Fiesta feiern muss. Man hat zwar Respekt vor ihr, der Tod ist hier weiblich, manchmal macht man sogar anzuegliche Witzchen, aber der Tod ist ein fester Bestandteil des Lebens, man lebt mit ihr, sie kommt sowie mal, warum also Angst haben.

Und das Leben nach dem Tod geht sowieso weiter, in anderer Form halt....

Mit Nonchalance begegnen die Mexicaner dem Tod, besonders im Monat November. Wo sich vielerorts in Europa, nach Eintritt von nasskalter Feuchtigkeit und Nebel, der Trend zu Melancholie und Selbstmord erhoeht - steigt hingegen in Mexico das Stimmungsbarometer auf Hoch, ein Zeremoniell besonderer Art: „Los Días de los Muertos“, der Toten Gedenktage, die alljaehrlich Anfang November den Auftakt zu einem Familienfest geben. Nachdem der Tag zur Neige geht, verwandelt sich der Friedhof zu einem Lichtermeer weisser Kerzen, welche die Mexicaner ihren Verstorbenen auf die Graeber stellen. Zum Bersten gefuellt ist mancher Friedhof. Ueberall riecht es nach Copal, einem typischen Raeucherwerk. Der Friedhof „lebt“! Alt und jung ist herbeigestroemt „die Familie zu besuchen“. Dabei geht keiner leer aus. Denn alle haben das Lieblingsessen der einst Lebenden mitgebracht. (in Doerfern). Nun sitzen sie „gemeinsam“ froehlich da. Genießen und philosophieren über „Ursprung und Genetik des Individuums“. Mancher Besucher weilt so am Grabe bis zum Anbruch des folgenden Tages.

Was manchem Europaer ein obskurer Ritus, ist dem Mexicaner hoeherer Gusto. Fuer ihn bedeutet Tod nicht etwas Vom-Leben-zu-Trennendes, sondern natuerlicher Bestandteil des Lebens.




dieses Foto wurde letztes Jahr auf einem Friedhof in Guadalajara gemacht. Eine Buehne wurde am 1. November aufgestellt, es gab ein Theaterstueck - wo Frau Tod an den Lebenden wirklich kein gutes Haar liess ....



Und was waere Mexico ab Mitte Oktober ohne dem Pan de Muertos. Entweder morgens zu einem Glas Milch oder abends zu einer guten Tasse heissen Schokolade.

Die Geschichte des Pan de Muertos geht weiter zurueck, noch in die praekolumbianischen Zeiten. Es wird gesagt einmal im Jahr wurde eine Prinzessin geopfert, zu Ehren der Goetter schnitt man ihr Herz raus, das in eine Schale gelegt wurde, der ausfuehrende Priester biss dann ein Stueck des noch schlagenden Herzens ab. Die Spanier, mit solchen Ritualen nicht einverstanden ersetzten das Herz dann durch ein Stueck Brot. Sie zeigten den Indios wie man aus Getreide Brot macht, ein Verfahren welches man in Spanien schon seit langer Zeit benuetzte.

Das spezielle Totenbrot wurde in Form eines Herzens geschaffen, mit Zucker bestreut und rot eingefaerbt um das Blut zu simbolisieren. Dann ging es von Generation zu Generation, heute fehlt die rote Farbe, dafuer wurden als Verzierung “Knochen” geschaffen. Die Leute essen es mit Spass. Wenn auch nicht mehr allen Leuten bewusst, dieses Pan de Muertos bedeutet sowohl Respekt als auch eine gewisse Ironie indem man den Tod einfach mal isst ….

Und Pan de Muertos wird in ganz Mexico zu dieser Zeit gebacken, sowohl in kleineren u. groesseren Baeckerein, aber auch industriell fuer die grossen Supermaerkte.


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EIN GANZ NEUER FOTOBLOG UEBER JALISCO, MEXICO.

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