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Autor Thema: Otto Schneider ein Betrüger?  (Gelesen 1298 mal)
Calimero
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« Antwort #12 am: Dezember 09, 2009, 06:16:24 »

Ein großes "Danke schön" an Santiago für diesen umfangreichen Bericht,
der mir als früherer "Hamburger Kaufmann" was das Thema Hamburger Kaufleute betrifft
sehr aus dem Herzen gesprochen war. Eben mit einem Wort - "alte Schule."-
Da meines Wissens Santiago immer noch im Geschäftsleben steht, ist es besonders an
zu erkennen, mit welcher Genauigkeit und welchem Umfang dieser Geschäfsablauf berichtet wurde.
Zu Italienern möchte ich mich nicht äussern, da nie solche Erfahrungen erforderlich waren.
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aisa
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« Antwort #11 am: Dezember 09, 2009, 05:28:49 »

Man sollt doch immer auf Vorauszahlung bestehen. Wenn der Käufer dann beleidigt ist, zeigt er damit seine schlechten Absichten. Ein ehrlicher Käufer würde nie beleidigt sein. Bei guten Kunden sollte man einen Kreditrahmen festsetzen der nur so hoch sein soll wie man einen Zahlungsausfall verkraften kann.

HH
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santiago
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« Antwort #10 am: Dezember 09, 2009, 05:03:29 »


Was waer der ganze Handel ohne Vertrauen?



eine sehr schwierige Aussage. Wie kommt das Vertrauen zu stande, wie stark spielt dabei der Ratio aber auch der Instinkt mit rein.

Unsere ganzen Kunden zahlten am Anfang erst mal 50% bei Auftrag an u. die restlichen 50% wenn die Ware hier fertig war. Also ohne dass die Ware in ihrer Totalitaet bezahlt war ging nichts raus. In diesem Fall war das Vertrauen unsere Kunden - zu uns. Wieso vertrauten sie mir/uns? Die ganzen Kunden wurden von mir vor Jahren erst mal besucht, in D, F u. in USA. Santiago schon aus Mexico per fax einen Termin gemacht, angekommen mit Mustern im Koffer, dann mit dem Kaeufer locker gequatscht, oftmals ein Essen hinterher u. das Vertrauen war hergestellt. Nach dem ersten Kunden war es einfacher, ich hatte ja eine Referenz wo sich die neuen erkundigen konnten die Referenzliste war dann am wachsen. Und da im Western-Geschaeft jeder jeden kennt war es einfach.

Heute ist es anders. Die guten Kunden brauchen keinen Vorschuss mehr bezahlen, es gibt welche die bezahlen wenn die Ware hier fertig ist, anderen schicke ich die Ware u. sie bezahlen mich nach zwei Wochen. Haengt von der Groesse des Auftrags ab u. von dem Risiko das ich "einsetze" Wobei die wirklich grossen Kunden vorher bezahlen, Kunden mit denen ich seit fast Jahren nicht nur gute Geschaefte mache, die auch nach Mx kommen u. ein gutes freundschaftliches Verhaeltnis besteht.

Wobei ich sagen muss dass die "Old school" - Deutschen die fairsten Kunden sind. "Old" nichts mit dem Alter zu tun, da sind Leute Anfang 40 dabei "Old" ist Denk- u. Handelsweise. Wenn man dauerhaft im Geschaeft bleiben will muss man fair u. ehrlich bleiben, Betrueger zocken zwar schnell mal ab aber verschwinden sehr schnell im Vergessen .... Nicht so die Italiener, die zocken laufend ab u. sind Jahre noch im Geschaeft, aber dazu gleich spaeter.....

Meine schoenste Ueberraschung ,machte ich mit einem grossen Katalog Versand (Western) aus HH. Der war in D seit 40 Jahren im Geschaeft, fing gleich nach dem Krieg an, wuchs u. wuchs, hat auch noch Geschaefte in anderen Branchen in HH, ich verkaufte seit 2 Jahren an diese Firma. Und die Sache wuchs. Nachdem ich ihnen unsere Artikel verkaufte fragten sie bei mir an ob ich ihr Einkaufs-Representant in Mexico sein wollte, sie kauften viele Sachen hier, Containerweise. Es fehlten ein paar Wochen bis zu einer grossen Messe in Denver, dort bestellten wir uns zusammen. Ich sprach mit den Direktoren, wir wurden uns einig, ich arbeitete auf dieser Basis fast 4 Jahre mit ihnen zusammen. Sie schickten mir das Geld, damit ich ihre Zulieferer bezahle, machte Qualitaetskontrolle u. war beim Verpacken mit dabei. Dafuer machten wir eine Kommission aus, musste ich deswegen reisen, faire Spesen. Und jedesmal wenn ich mit meiner Frau in D war Besuch in HH obligatorisch, dort bezahlten sie uns ein gutes Hotel u. Treffen in der Firma.  Dann machte die Firma zu. Ich war sehr traurig. Nicht nur weil mir einige Einnahmen weg fielen, das war nicht alles, diese Sache waren vielleicht 15% von allem, ich war traurig, weil ich mit diesen Leuten einen so guten Kontakt hatte der mir ploetzlich gefehlt hat. Und warum die Fa. zu machte war auch tragisch. Der alte Besitzer verstarb. Dieser fing gleich nach dem Krieg an mit Amis zu dealen, Nylon Struempfe, Zigaretten hatte einen Flair fuer "alles amerikanische" u. machte bald  auf dem Spielbudenplatz auf der Reeperbahn seinen ersten Laden auf "Paul Hundertmark" Dann einen Laden in Berlin, schliesslich fing er mit dem Versandgeschaeft an. Ganz gross, zwei Kataloge im Jahr alles was das Trapper- u. Indianerherz begehrt, vom Westernreiter, Karl May Freak bis zum Zuhaelter. Die Fa. war zuletzt in Glinde u. war RIESIG. Ein kleiner "Otto-Versand" Diese Firma war des Besitzers "Hobby". Das GROSSE Geld machte er mit Ladengeschaefte fuer schoener Wohnen, Teppichen u. Gardinen Grosshandel, Fabrik fuer Kaffe-Saecke, die wieder nach Suedamerika u. Afrika gingen u. Beteiligungen an vielen anderen Firmen. Als er verstarb wollte seine einzige Tochter u. Erbin von diesem exotischen “Hobby” des Vaters nichts wissen u. liess die Jalousinen runter. Nur die paar Laeden blieben, Hundertmark in St. Pauli ist ein Denkmal. Als mir die Einkaufsleiterin das per Telefon sagte hatte sie einen Knoedel im Hals. Ich bekam eine Woche spaeter per Bankueberweisung die Balance bis auf den letzten Pfennig. Und nach 4 Wochen, die Fa. hatte bereits zu, ein e-mail vom Headquarter der Firmenverflechtung, da waeren noch 200 DM u. ein paar Pfennige, die sie bei der Ueberweisung uebersehen haetten, mit dem Tenor im Kommentar “ so machen Hamburger traditionsgemaess Geschaefte , ein Mann ein Wort”  Wow, glaub mir ich wurde fuer einen Augenblick sentimental ….

Wo ich leider nicht sentimental werden kann ist mit Italienern. Ich kenne zwei Firmen die von Italienern betrogen wurden. Nur hier in GDL ,nur im Western-Markt. Es waren verschiedene italienische Firmen, aber beide mit dem selben Verhaltensmuster.  Erst wird dem Mexicaner “grosszuegig” Vertrauen geschenkt. Kleinere Bestellungen, das Geld immer gleich im voraus, Italiener besucht dann Mexicaner, macht auf sympatisch u. meist sehr gross-kotzig, verspricht ihm das Blaue vom Himmel, dass er mit ihm zusammen reich werden wird. Dann Italiener wieder zurueck, nochmals zwei drei kleinere Bestellungen, so um die 10.000 USD, Geld natuerlich mit grosser Geste im voraus, “mi amigo”,  dann der grosse Auftrag, Sattel-order fuer 80.000 USD. Italiener hat gerade kein kein Geld, sagt dem Mexicaner “er bekam gerade Ware aus China fuer 2.5 Millionen USD, (Mexicaner sagt "oooh") aber in zwei, drei Wochen waere er wieder fluessig, aber die Saettel eilen". Mexicaner schickt u. hoert dann Wochen lang nichts mehr vom Italiener (der uebrigens einen ganz guten etablierten Grosshandel hat) Mexicaner wird erst nervoes dann aergerlich, schliesslich bekommt er Existenzangst. Aber der Italiener waere kein Italiener wenn er ihn nicht “nochmals” fi …. wuerde. Nach sechs Wochen ruft Italiener an, er haette einen Riesen Kunden der braeuchte Saettel, Auftrag 25.000 USD, Probeauftrag, nachher komme es dann dicke.  Dafuer schickte er ihm bereits eine Anzahlung von 5,000. Schon unterwegs. Keine Sorge wegen den  80.000 USD die wuerde er zusammen mit den 25.000 minus 5.000 schicken. Mexicaner zweifelt schon, aber er meint der Italiener hat ihn “mit einer Hand bereits an den Eiern” luegt sich selber in die Tasche, dass er dann alles bezahlt bekommt u. faengt mit den 5,000 zu produzieren an. Ware fertig, ruft den Italiener an u der sagt ihm, SUPEREILIG, schick mir jetzt die Saettel raus, in einer Woche bekommst Du dann alles. Mexicaner traut jetzt dem Spaguetti nicht mehr u. schickt nichts raus. Erst Kohle, dann Ware. Das ist der Moment auf den der Italiener nur gewartet hat. Dreht jetzt den Spiess um u. schiebt die ganze Schuld auf den Mexicaner. Der haette die zweite Sendung nicht raus geschickt, dem Italiener sei ein grosser Kunde abgesprungen er haette jetzt so grossen Schaden, dass nicht mal die 80.000 reichen wuerden. Jetzt gibt es gar nichts mehr, niente, basta …..Der Mexicaner hat jetzt nicht nur 80.000 USD verloren, er sitzt auch noch auf Saettel im Wert von 25.000 die spezial angefertigt waren u. nicht so leicht verkaufen kann. Das einzige was er fuer ALLES bezahlt bekam waren 5.000 USD.

Ich kenne zwei Leute welche mit der selben Masche von zwei verschiedenen Italienern reingelegt wurden. Der Sattel-Mann mit 80.000 u. ein Hemdenfabrikant fuer 35.000 USD. Beide kleinere Familienbetriebe denen diese Sachen beinahe das Kreuz brachen. Die mex. Regierung kann das geld in I nicht eintreiben, nur hier sie im Aussenhandel auf die schwarze Liste setzen , sie in den Computer zu tun u. sie bei einer moeglichen Einreise verhaften.


saludos

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« Antwort #9 am: Dezember 09, 2009, 01:20:08 »


Was waer der ganze Handel ohne Vertrauen?


Die Frage ist absolut berechtigt. Und "normalerweise" sollte es solcher Klimmzüge (Bürgschaftshinterlegung) auch nicht bedürfen.

Wenn man allerdings nicht selbst nach PY kommen kann oder will, kann die Überweisung von nicht weniger als 130.000 EUR an jemanden, mit dem einen womöglich nicht allzuviel verbindet, durchaus gewagt sein.

Und da die (aus D. bekannte) Treuhänderfunktion des Notars in PY nichts gilt, verzichtet man tunlichst auf etwaige Komplikationen und kommt selbst.
Sofern diese, d. h. die beste aller Möglichkeiten entfällt, versucht man, sich anderweitig abzusichern.
130.000 im Vertrauen darauf, dass es schon gut gehen werde, zu transferieren, muss nicht die schlechteste Lösung sein, die unsicherste ist sie allemal.

Und man erlebt (gerade bei Blindkäufen oder der Vorabüberweisung von Kaufpreisen)  immer wieder, dass es oft genug eben doch schief läuft.

Vielleicht so, wie die - vor einigen Monaten (an dieser Stelle) geschilderte - Grundstücksvermittlung
seitens eines nicht unbekannten Ranchers.


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Don Holiday
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« Antwort #8 am: Dezember 09, 2009, 10:45:32 »

Ich durfte Schneider's Geschaeftsgebahren auch kennenlernen.

Er bot damals an, Zeitschriften und Paeckchen bis 1000 Gramm an eine Postadresse in D schicken zu lassen und dann gesammelt nach ASU kommen zu lassen.
Bei der "Aktuellen" konnte man dann die Post in Empfang nehmen.
Fuer diese Aktionen verlangte er einmalig einen Betrag von um die 100 Euro pro Jahr (ich hab den genauen Betrag vergessen) und 10.000 Gs pro Abholung von der "Aktuellen".

Hoerte sich recht gut an und ich machte davon Gebrauch.

Die Poststuecke kamen mit bis zu viermonatiger Verspaetung an.
Ca 8% waren verschwunden.
Die Anzahl der Poststuecke war ihm zu hoch (obwohl in seinen Bedingungen kein Limit genannt war) und er forderte einen gehoerigen Nachschlag.

Die ganze Art und Weise in der diese Postversendung gehandhabt wurde, war absolut nicht vertrauenserweckend, so dass ich Abonnement und Postversand kuendigte.

Einzig Positive an der ganzen Sache war, dass ich User XYZ kennen lernte, der vor der "Aktuellen" wie ein Rohrspatz ueber das Verhalten von Schneider schimpfte.

Ich hatte damals den Eindruck, die ganzen Probleme entstanden wegen nicht bezahlter Rechnungen des Schneider in D und bei der Transportgesellschaft.

Don H

PS Was waer der ganze Handel ohne Vertrauen?
Wenn man bei jedem Geschaeft einen Betrug vermutet, dann laeuft's nicht mehr.

In 15 Jahren Immobiliengeschaeft war nur einmal ein Kunde, der ueber Bankbuergschaft seine Wohnung kaufen wollte. Das ganze Ding ging schliesslich schief, da er das Original der Bankbuergschaft nach Spanien schickte - gegen meinen Rat als Einschreiben - und die Post alles Ungewoehnliche erstmal beiseite legte.
Dadurch kam die Buergschaft mit acht Wochen Verspaetung an.
Und das war auch noch die billigste jemals verkaufte Immobilie!
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aisa
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« Antwort #7 am: Dezember 09, 2009, 08:20:47 »

Das hört sich ja alles sehr gut an. Aber offensichtlich sind das einfache Leute die wenig bis keine Erfahrungen in solchen Dingen haben.

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« Antwort #6 am: Dezember 09, 2009, 08:11:01 »


Otto Schneider ist ja nicht irgendjemand sondern er ist Aktionär einer AG und Inhaber einer legalen oder angeblichen Firma Dr. Warner.
Das flößt natürlich Vertrauen ein.



Da ist vermutlich was dran, obwohl es objektiv (dazu später mehr) ohne Bedeutung ist!

Zunächst stellt mein Vortbehalt ja auch nicht darauf ab, dass angesichts einer (wie auch immer zu bewertenden) Mitschuld der Geschädigten, diese nun als eigentliche Verursacher der Misere herhalten sollen.
Gleichwohl aber hält sich mein Mitgefühl, wegen des Ausmaßes an Naivität, doch sehr in Grenzen, zumal jedem klar sein dürfte, dass sich eklatante Fehler (die bei vergleichsweise lächerlichen Beträgen kaum je begangen würden!) eigentlich immer rächen.

Flapsig und wohl auch ein wenig provozierend formuliert, könnte man (fast) sagen: "Jeder bekommt, was er verdient".  .... nicht nur im übertragenen Sinne.


Und dass Herr Sch. nun eine (nicht sonderlich werthaltige) Sociedad Anónima kontrolliert, oder einen Bauchladen besitzt, wie es die Immo-Fa. Dr. Warner mutmaßlich ist, darf niemandem als Garant für besondere Reputation gelten.

Die Existenz einer - nicht selten bedeutend klingenden - Kapitalgesellschaft ist häufig nur Makulatur.
Hinzu kommt, dass vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten eine Durchgriffshaftung oft unmöglich machen!

Und weil das (im Registro kontrollierbare) Stamm- oder Grundkapital eines Unternehmens, keinen unmittelbaren Rückschluss auf dessen liquide Situation zulässt, bleibt nur gesunde Skepsis und die Forderung nach - möglichst hinreichenden - Garantien.

Vorzugsweise:
Selbstschuldnerische (d. h. "ohne Einrede der Vorausklage") Bankbürgschaft.
Kosten/Avalprov. dafür zw. 1 - 3% der Bürgschaftssumme.
Nachteil = Bearbeitungsdauer von zwei-, drei Wochen.

Wenn dann immer noch was schief geht (>> Lehmann Broth./2008) hat man sich wenigstens nichts vorzuwerfen.

JustNow



NS: Zugegebenermaßen ist das Prozedere von "Außen" aber kaum zu bewerkstelligen.
Da - wie man sieht - eine Vorabzahlung auch keine Alternative ist, sollte sich der Kaufwillige besser in den Flieger setzen und mit einem vertrauenswürdigen und sachverständigen Administrator, alles vor Ort regeln.

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« Antwort #5 am: Dezember 09, 2009, 05:45:08 »

Otto Schneider ist ja nicht irgendjemand sondern er ist Aktionär einer AG und Inhaber einer legalen oder angeblichen Firma Dr. Warner. Das flößt natürlich Vertrauen ein. Wie kann sich jemand schützen wenn sogar Notare Titel fälschen. In einem anderen Fall soll er einen gefälschten Titel vorgelegt haben.

Wenn sich solche Opfer nicht täglich im Internet über die Geschäftsgebahren in PY informieren kann man leicht betrogen werden.

Schneider hatte schon mal einen Prozeß wegen Betrug laufen. Er war auch kurz in Untersuchungshaft. Es ging dabei um Provision für ein Kreditversprechen. Ich habe den Akt selber eingesehen und auch mit der Staatsanwältin gesprochen.

Anscheinend hat er den Schaden gutgemacht und das Verfahren wurde eingestellt. Damals hat die deutsche Botschaft Anzeige erstattet. In solchen Fällen arbeitet die Justiz recht flott.

Ich würde den Opfer nur 20% Schuld anlasten.

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« Antwort #4 am: Dezember 08, 2009, 07:54:30 »

Ich bezahle auch immer im Voraus Ware die ich in China oder Europa kaufe. Sollt ich betrogen werden, ist das dann auch grobe Fahrlässigkeit?


Ja ist es!
Immer unter Berücksichtigung der individuell unterschiedlichen Schmerzgrenze!
Bei einem Groschen-Deal braucht man über Absicherungsmechanismen nicht nachzudenken.

Um derartige Probleme notfalls abzufedern, nimmt man den erw. LC = Letter of Credit.
Und wenn es die eigene Bank nicht packt, dann eben ´ne andere.
Dass es Geld kostet, versteht sich von selbst. Wie sollte eine Versicherung auch umsonst sein?

Zurück zum vorab überwiesenen Grundstückskaufpreis:
Wenn es wegen der angeblichen Unmöglichkeit, sich abzusichern, als normal betrachtet wird, jemandem, dem man versehentlich beim Pinkeln begegnet ist, sogleich einen  sechsstelligen Betrag anzuvertrauen, dann haben die Geschädigten sich natürlich korrekt verhalten.
Aber, ist davon tatsächlich auszugehen?

Wohl kaum!
Die Geschädigten statt dessen höchst fahrlässig gehandelt. Haben sich nicht beraten lassen und/oder vergleichsweise geringe Kosten gescheut.

Niemand  MUSS  einem paraguayischen "Zeitungsverleger" eben mal 130.000 EUR überweisen.
Eine Bankbürgschaft, die zugegebenermaßen ein paar Groschen Avalprovision kostet, hätte das Risiko in Richtung Null reduziert.
Und der Verkäufer, der - spätestens nach Belehrung durch einen vernünftigen Notar (gibt es schließlich auch) - darauf nicht einsteigt, soll erst mal einen anderen potenten Käufer finden!

Im übrigen darf - gerade in PY - davon ausgegangen werden, dass ein Grossteil der Kaufwilligen nicht unbedingt der Millionärs-Klasse angehört.
Grund genug also, einen nicht unerheblichen Teil des Ersparten, nicht durch eigenen Dusseligkeit in den Sand zu setzen....

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Christiane
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« Antwort #3 am: Dezember 08, 2009, 07:15:49 »

Der Handel mit Waren ist ja wohl etwas anderes als der Handel mit Grundstücken. Vor allem gelten für Im- und Exporteure ganz andere Richtlinien als für angebliche Immobilienmakler. Unter Kaufleuten gilt noch bis heute das Kaufmanns Ehrenwort. Wer dagegen verstößt, hat verschissen bis in die Steinzeit und zurück.....

Im übrigen sind Verträge zwar frei verhandelbar, aber z. B. Immobiliengeschäfte an bestimmte gesetzliche Vorgaben gebunden. Werden diese verletzt, wie z. B. das kein schriftlicher notarieller Vertrag vorliegt, hat der Geschädigte schlechte Karten. Ich frage mich hierbei ernstlich, warum solche Vorschriften nur für Deutschland gelten sollen und nicht auch für Auslandsimmobilien. Warum also lässt ein Käufer gerade hier alle Vorsicht sausen?

Wenn ich in Deutschland mein Auto auf der Straße abstelle, den Zündschlüssel stecke lassen und das Auto wird geklaut, dann bekomme ich vom Gesetzgeber noch eine reingewürgt, weil ich den Diebstahl erst ermöglicht habe. Genauso verhält es sich hier mit den Grundstücken. JustNow 2 hat vollkommen recht, wie kann man so dämlich sein? Scheinbar haben einige wirklich zuviel Geld und wissen nicht wohin damit......

Christiane

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« Antwort #2 am: Dezember 08, 2009, 06:32:43 »

Vielleicht habe ich schon einmal darüber geschrieben.

Ich bezahle auch immer im Voraus Ware die ich in China oder Europa kaufe. Sollt ich betrogen werden, ist das dann auch grobe Fahrlässigkeit? Natürlich kann man bei hohen Beträgen  mit L/C arbeiten, das ist aber sehr aufwändig und mit Kosten verbunden. Die Firmen in China verlangen durchwegs 30 % Anzahlung und den Rest vor Versand. Wenn ich nun eine Maschine um 30.000 $ kaufe und 30 % anzahle und dann kommt keine Maschine verliere ich immer noch 9.000 $. Für arme Leute doch ein ganz schöner Betrag. Wie soll ich das Geld wieder zurückbekommen. Ich habe keine Ahnung wie in China die Justiz funktioniert. Es gibt auch keine diplomatische Beziehung von der man eventuell Unterstützung erwarten kann.

Wie man sieht der Handel beruht immer auf Vertrauen. Das glaubten auch die geschädigten Personen. Aber leider kann man nicht allen vertrauen.

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« Antwort #1 am: Dezember 08, 2009, 05:38:40 »


... Sie überwiesen dem Schneider vor mehr als zwei Jahren 130.000 Euro für den Kauf eines Grundstückes


Mitarbeiter um den verdienten Lohn zu prellen ist mies, zumal die Geschädigten i. d. R. kein Verschulden trifft.

Allerdings ist eine ganz anders geartete Bewertung vorzunehmen, wenn jemand geprellt wird, der (s)eine Schädigung erst durch "grobe Fahrlässigkeit" ermöglicht, u. U. gar herbeigeführt hat.

Wie anders wollte man die - an Dämlichkeit kaum zu überbietende - Überweisung des erw. sechsstelligen Betrages (130.000 EUR) wohl beschreiben?!

Um es beispielhaft zu sagen:
Sogar aus einer "Verleitung zum Diebstahl"  lässt sich (zumindest im Sinne strafmildernder Sanktionen) stets auch eine Mitschuld des Geschädigten ableiten.


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« am: Dezember 08, 2009, 02:06:01 »

Heute habe ich von unbekannt folgende Informationen bekommen.

Die Namen habe ich abgekürzt und die Telefonnummern der Opfer gelöscht.



Skandal: Chef der Deutschen Zeitung in Paraguay ein Betrüger?
Der gebürtige Deutsche Otto Schneider, Inhaber der deutschen Zeitung Paraguays  “Aktuelle Rundschau”  und der Immobilienfirma  “Dr. Warner” macht Mitarbeitern und Kunden das Leben zur Hölle. Jetzt stehen diverse Klagen gegen ihn.

Im folgenden einige Fälle:

• D. P. & R. K.,

Sie haben von Januar 2008 bis Februar 2009 bei der Aktuellen Rundschau gearbeitet, und sich trotz aller „Gerüchte“ über den Chef voll für das Unternehmen eingesetzt, um es voran zu bringen, da die Zeitung hier vielen Menschen am Herzen liegt. So haben sie es auch noch gehandhabt, als sie der Chef nur noch unregelmäßig bezahlte, und im Vorfeld vereinbarte Zahlungen gar nicht erst zukommen ließ. Es gab sogar Tage, an denen sie außer Brot nichts zu Essen kaufen konnten, da der versprochene Lohn mal wieder ausblieb. Psychisch hat sie diese Zeit auch ziemlich fertig gemacht - ständig hörte man nur, er zahle morgen, nächste Woche etc. - und so manches Mal stand mehr als nur ihr Paraguay-Aufenhalt auf der Kippe. Den meisten anderen Mitarbeitern ging es nicht viel besser, sagen sie.
Insgesamt schuldet er ihnen noch immer 1000 Euro.

• T. S., Asunción

Arbeitete auch bei der Zeitung und wartet noch auf mehr als 18 Mio. Guaraníes (rund 3000 Euro) vom Schneider.

• R.B. Asuncion

Ebenfalls ehemaliger Redakteur. Der Schneider schuldet ihm mehr als 3 Mio. Gs (rund 450 Euro)

• F. Asunción

Arbeitete mehrere Jahre als Grafikerin bei der AR, und wurde doch gegenteiliger Rechtslage ohne Abfindung fristlos entlassen.

• M.

Arbeitet noch immer als freiberufliche Anzeigenverkäuferin bei der AR und wartet auf Löhne von insgesamt mehr als 17 Mio. Gs (fast 3000 Euro).

• M. C., Buenos Aires, Argentinisches Tageblatt,

Er kam Anfang 2009 aus Deutschland nach Paraguay, um für die AR zu arbeiten. Nachdem ihm der Chef aber nicht einmal das erste Gehalt zahlen konnte, sondern nur die üblichen nichtssagenden Versprechen vergab, ging er nur einanhalb Monate später nach Argentinien.

• M. D.

Arbeitete als Anzeigenverkäuferin bei der AR und ging schließlich nach Jahren des Hinhaltens und Streitens wegen ihrer Löhne.



Dabei müsste Herr Schneider aus seinen Immobiliengeschäften eigentlich genug Geld haben:

• O. & A. R., Bad A., Alemania,

Sie überwiesen dem Schneider vor mehr als einem Jahr 45.000 Euro für den Kauf eine Grundstückes und die Anzahlung zum Bau des Hauses. Jetzt hat sich herausgestellt, dass der Schneider nie ein Grundstück gekauft hat und ihnen falsche Dokumente hat zu kommen lassen. Sie klagen nun gegen ihn. 

• T. y M. B., M., Deutschland,

Sie überwiesen dem Schneider vor mehr als zwei Jahren 130.000 Euro für den Kauf eines Grundstückes. Anstelle eine Titels, der beweist, dass ihnen das Grundstück gehört, müssen sie sich seit dem Beschimpfungen seitens dem Schneider gefallen lassen. Sie haben sich nun ebenfalls rechtlichen Beistand geholt.

 
Weitere Betroffene: 

• G. P., Schreinerei

Vor einigen Jahren hatten sie ein Abkommen: Der Schneider sollte ihm im Austausch für die Anfertigung von Möbeln eine Web-Seite erstellen. Schneider hat die Möbel bekommen, P. aber nie seine Seite. 

• R. P., P. M., Hohenau,

• M. B., Bäckerei, Asuncion

Anfang der 1990er Jahre gab er Schneider den Auftrag, bestimmte Sachen aus Deutschland für ihn zu erwerben, die er niemals bekam. Das Geld bekam er erst zurück, als er ihm Schläge androhte.


Weitere Opfer können sich hier melden.

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