Heute habe ich einen guten Freund verloren.
Fuenf Jahre – praktisch seit seiner Geburt – habe ich ihn begleitet. Mit guten Wuenschen, Treue, Ernsthaftigkeit und (fast) ohne Schmuddeln.
Fuenf Jahre besuchte ich ihn taeglich.
Verfolgte sein Werden, sein Wachsen und Gedeihen, unterstuetzte ihn mit guten Worten, Taten und manchmal auch mit der Wahrheit, wenn er wieder einmal alles in zu rosaroten Farben sah und seine Augen vor dem wahren Leben verschloss.
Wer – wenn nicht ein Freund – darf und muss ein ehrliches Wort sprechen?
Heute Nacht verschied er ohne grosses Aufsehen und verschwand in der Menge der gesichtslosen Geister. Gemeuchelt von seinen eigenen Eltern.
Gestolpert ueber die Weihnachtstraditionen in Paraguay.
Anscheinend sind die Eltern nicht faehig, die Existenz von anderen zu akzeptieren und verboten ihrem Filius den Umgang mit den Schmuddelkindern.
Ich werde zu seinem Andenken kommende Nacht eine Kerze ins Fenster stellen.
Ein trauriger Don H
Auf seinem Grabstein werden die Worte Rosa Luxemburgs stehen: "Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden."
Am offenen Grab singen wir gemeinsam mit Franz-Josef Degenhardt:
http://www.youtube.com/watch?v=bGhJbr7DMmg