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Autor Thema: Die Kosten fuer ein Haus  (Gelesen 5741 mal)
Don Holiday
Gast
« Antwort #3 am: Oktober 29, 2008, 06:45:56 »

Grundstueck 8.000 Euro
Strom 4.000 Euro

Jetzt kommt das Wasser.
Da erzaehlt einem der Verkaeufer, das Wasser ist in zwei Meter Tiefe. Will man einen Tiefbrunnen, braucht man nur 50 Meter zu bohren.
Alles nicht nachpruefbar.
Er will blos verkaufen.
Alles andere ist ihm egal.

In der Stadt kannst Du Dich an das staedtische Netzwerk anschliessen lassen.
Die einmaligen Kosten 500.000 bis zwei Mio Gs.

Auf dem Land heisst das: Bohren!
Selten ist eine Bohrung von weniger als 100m erfolgreich.
Man befragt die Nachbarn, wie tief ihre Brunnen sind und hat schon mal einen Anhaltswert.
120 bis 200m sind Erfahrungswerte, die meine Befragungen erbrachten.
Tiefer als 180 oder 200m kommt kaum eine Maschine.
Dann ist noch zu klaeren, ob wir Fels- oder Sandboden haben.
Fels erfordert eine andere Bohrtechnik und ist teurer.
Dann wird das Bohrloch mit einem Rohr versehen und ein Pumpe angeschlossen.
Da gibt es natuerlich Qualitaets- und Preisunterschiede.
Man sollte aber fuer 160m Tiefe 3-6.000 Euro rechnen
Fuehrt die erste Bohrung nicht zum Erfolg, wird’s teuer!



Ein 250 Liter Puffertank
Die Pumpe muss nicht bei jeder Abzapfung arbeiten.
Da die 250l nur einen Tag reichen ist das Wasser immer frisch.
Chemie ist nicht erforderlich.
Bei groesseren Tanks kommt man ohne Chemie nicht hin.
Der Tank heizt sich unter Baeumen nicht so auf.
Acht Meter ueber Niveau des Hauses.
Das kleine Rohr oben fuellt den Tank, das dicke unten speist das System.


Danach muss die Pumpenanlage an das Haus angeschlossen werden.
Ein Zwischentank, damit die Pumpe nicht bei jeder Wasserhahnbenutzung anspringen muss?
Der Zwischentank hat auch den Vorteil, bei Stromausfall zu funktionieren.
Und erzaehlt Euch jemand, es gaebe keine Stromausfaelle, so will er Euch anscheinend was verkaufen und hat Angst Ihr koenntet abspringen.

Bohren, Rohre im Bohrloch, Pumpe, Rohre zum Haus, Wassertank – 6.000 Euro

Wir haben jetzt
Grundstueck 8.000
Strom 4.000
Wasser 6.000

Wer jetzt meint, er spare, wuerde er ein bestehendes Haus kaufen, sollte daran denken, dass meist die Versorgung mit Strom und Wasser nicht fuer unsere Vorstellungen geschaffen sind.
Oftmals ist es nur ein Wasserloch, aus dem geschoepft wird.
Oder der Strom reicht zum Gebrauch eines Ventilators aber nicht fuer die Klimaanlage.
Oft muessen Wasser und Strom neu geplant werden.

Don H
Gespeichert
Don Holiday
Gast
« Antwort #2 am: Oktober 28, 2008, 11:27:41 »


Warum Du kein Starterhaus hast, hat mich allerdings auch gewundert


Ja warum?

Weil ich mir in einem Anfall von Groessenwahn einbildete, was fuer alle gilt, gilt fuer den grossen Don nicht?

Es war mein groesster Fehler hier. Koennte ich die Uhr zurueckdrehen, wuerde ich erst dieses Starterhaus bauen.

Aus Fehlern wird man klug.
Weise aus den Fehlern anderer!


Also werdet weise!

Fuers Grundstueck haben wir schon 8000 Euro ausgegeben.
Jetzt kommen Wasser und Strom.

Erstmal den Strom, denn eine Wasserpumpe ohne Strom kannst Du eh nicht betreiben.

Der Grundstuecksverkaeufer wird Dir (auf Aufforderung) die dem Grundstueck am naechsten liegenden Strommasten zeigen.
Ansehen! Nicht nur „die liegen da drueben!“ Ansehen!
Gehen sie zu Deinem Grundstueck auf oeffentlichen Strassenland?
Muss die Leitung ueber ein anderes Grundstueck gehen, such woanders!

Wichtig ist: Wo ist der letzte Transformator der ANDE (der Stromlieferant)?



Die vorgeschriebenen Betonpfosten

Die ANDE sichert Dir nur Strom vom Trafo bis zu Deinem Haus von maximal 600m zu.
Man muss ueber einen zugelassenen Elektriker ein Project bei der ANDE einreichen.
15 oder 20m zahlt die ANDE. Den Rest Du.
Aber Du kannst zwei Jahre lang einen Teil Deiner Kosten von der monatlichen Stromrechnung absetzen. Das ist aber nicht so viel.

Drei verschiedene Formen der Stromversorgung.
Linea Baja. In 300m Entfernung liegt der naechste Trafo. Einige Pfosten und eine doppelte Stromleitung – normalerweise zwei Alu-Kabel – werden installiert.
Auf dem Land wird mehr gemauschelt, da bietet man Dir manchmal eine Stromversorgung an, die nach den Bestimmungen der ANDE eigentlich nicht genehmigt wird.
Kosten sind ca 2-3 Mio Gs pro 100 Meter.



So sieht ein Transformator der ANDE aus

Eigener Trafo. Liegt der naechste Trafo der ANDE mehr als 600m von Deinem Haus, musst Du diesen Weg gehen. Von diesem Trafo wird eine Stromlinie und eine Steuerleitung zu Deinem Grundstueck gelegt. Vorschrift: 12m hohe Betonpfosten!
Dann wird ein Trafo an Deinem Grundstueck montiert. Vor Deinem Grundstueck: Der Trafo gehoert der ANDE. Auf Deinem Grundstueck: Der Trafo gehoert Dir.
Zahlen musst Du in jedem Fall, ob nun der Trafo innen oder aussen ist, Du zahlst ihn!
Der Unterschied ist: Geht er kaputt, wird er geklaut, schlaegt der Blitz ein: Der Eigentuemer zahlt. Aber Du als Eigentuemer laesst sofort reparieren/ersetzen, die ANDE laesst sich Zeit.
Kosten 3-4 Mio Gs pro 100m plus Trafo (1000-1500 $)

Drehstrom. Liegt die Linie mit dem Drehstrom (oder Dreiphasenstrom – trifasico) nicht zu weit entfernt, sollte man diesen nehmen. Falls man mal eine staerkere Pumpe an den Brunnen anschliessen will oder Maschinen kauft, die diesen Strom brauchen.
Ist aber natuerlich nochmals teurer.
Die Kosten weiss ich im Augenblick nicht. Vielleicht hat jemand anderes da Erfahrung?

Der Zaehler kommt an die Grundstuecksgrenze, damit die ANDE ablesen kann.
Von der Grenze ab sollte man den Strom unterirdisch zum Haus fuehren.
Gleich an die Anschluesse fuer Aussenbeleuchtung, Cincho und Pool denken!
An die Erdung des Trafos denken!
Auf dem Grundstueck bei Normalstrom mindestens zwei 10qmm-Leitungen unter der Erde.

2-5.000 Euro kann man gerne fuer die Stromversorgung auf dem Land einplanen.
Laesst man sich von einem dieser beruechtigten „selbstlosen“ Helfer bei der Suche nach dem richtigen Elektriker helfen, kann es deutlich teurer werden. Oder man erhaelt Schrott zum Preis von Luxusware.
Unser erstes Angebot belief sich (Normalstrom mit Trafo) ueber 72 Mio Gs. Rund 12.000 Euro.
Rechnen wir also 4.000 Euro fuer die Stromversorgung.

Don H
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XYZ
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« Antwort #1 am: Oktober 27, 2008, 02:56:43 »

Wie versprochen: Was kostet ein Haus in PY?

Danke, verspricht ja eine tolle info zu werden.

Warum Du kein Starterhaus hast, hat mich allerdings auch gewundert :-o

Erwartungsvolle Grüsse XYZ

Gespeichert
Don Holiday
Gast
« am: Oktober 27, 2008, 10:28:28 »

Wie versprochen: Was kostet ein Haus in PY?

Warum ist dieses Thema so beliebt?
Die Antwort ist einfach.
Wir wollen in PY leben, dazu gehoert ein Dach ueber dem Kopf.
Und die Kosten desselben erfordern den groessten Teil unserer Mittel.

Viele Wege fuehren zur Glueckseligkeit. Wir koennen ein bestehendes Haus mieten oder kaufen oder ein neues bauen.
Zum Glueck ist jeder Mensch anders gestrickt.
Wir wuerden ja sonst alle auf dem gleichen Huegel im gleichen Haus leben wollen. Und alle im Neubau?

Jeder hat nunmal seine eigenen Ansichten. Ich persoenlich lehne Mieten ab, mit Eigentum hat man weniger Aerger und ist freier. Ein bestehendes Haus genuegt in den seltensten Faellen meinen Anspruechen. Also bleibt fuer mich nur der Neubau uebrig.



Was ich jetzt ausfuehre gilt fuer alle Neubauten von ASU bis zum Chaco.
Es sind nur Nuancen, die einen Bau und seine Kosten in der Stadt oder auf dem Land unterscheiden.
Ich werde hier die Kosten eines "Starterhauses" vorrechnen. Aber sie stimmen natuerlich auch fuer groessere Haeuser. Dementsprechen mehr Materialien und Arbeitslohn. Bei gleicher bauweise aber die gleichen qm-Kosten.

Aber fangen wir mit dem Grundstueck an.

Mein Vorschlag seit Jahren ist der Beginn mit einem „Starterhaus“. Das bedeutet, wir bauen ein Haus, das gewissen Mindestanforderungen genuegt und erst dann wird das „richtige“ Haus gebaut. Ein Starterhaus ist schnell gebaut. Wir koennen da einziehen und in Ruhe unser Traumhaus errichten.
Das Starterhaus kann dann als Gaestehaus verwandt werden oder (wenn es auf einem anderen Grundstueck gebaut wurde) verkauft werden. Es genuegt aber auch zum dauerhaften Leben in PY!!!

Ich selbst habe mich an meinen uralten Vorschlag nicht gehalten und aergere mich seit Monaten deshalb ueber mich selbst!
Ein solches Starterhaus kann in drei Monaten errichtet werden.

Planen wir ein Starterhaus auf dem eigenen Grundstueck zu errichten, muss das Grundstueck natuerlich eine entsprechende Groesse haben. Aber selbst auf einem 12 X 30 Lote findet sich eine Ecke.

Die Kosten fuer das Grundstueck entstehen nur einmal. Wenn es gross genug ist, koennen zwar mehrere Haeuser drauf gebaut werden, aber Erwerbs- und Nebenkosten haben wir nur einmal.

Man liest in den Foren und auf einschlaegigen Webseiten Preise von 500 US-$ fuer den Hektar (10.000qm) bis 50.000 US-$ fuer eine kleines Grundstueck von 400qm.
Und es stimmt!
Die Preise werden durch die Lage und die Groesse und natuerlich durch die Vorstellungen des Verkaeufers bestimmt.
Dann muss man noch wissen, dass Deutsche mehr Geld verdienen wollen/muessen, also sobald Deutsche in die Vermittlung eingeschaltet sind, verteuert sich das Grundstueck erheblich.
Der Umkehrschluss, dass Grundstuecke ueber Paraguayer immer billiger sind, kann so auch nicht gelten. Auch unter den Paraguayern leuchten oft die Dollarzeichen in den Augen, wenn ein deutscher Millionario auftaucht.
Grundsaetzlich zahlst Du als Deutscher mehr fuer alles. Je mehr Erfahrung Du hast, desto kleiner wird dieses „mehr“ ausfallen.

Ich persoenlich bin gut damit gefahren, mir von Herbert bei der Grundstueckssuche helfen zu lassen. Wir vereinbarten 6% Provision plus die Besichtigungskosten – Benzin und Essen.
Da die Preise in PY weit unter denen von DE liegen, kann man sich das leisten.

In PY nicht zu unterschaetzen sind die Kosten, die nach Grundstueckskauf auf den Bauherrn zu kommen. Naemlich die Versorgung mit Strom und Wasser. Beides ist nunmal unverzichtbar und sollten beim Erwerb gleich mitberechnet werden.
Was nuetzen mir 1000 $ pro Hektar, wenn ich 5km Strom legen lassen muss und ein Brunnen auch bei 200m kein Wasser fuehrt?

Das schoenste Grundstueck kann recht preiswert sein. Aber warum? Weil es sonst keiner haben will?

Beenden wir hier Teil 1 „Das Grundstueck“ mit der Feststellung, dass fuer 8000 Euro ein vernuenftiges Grundstueck zu haben ist.
In Stadtnaehe etwas kleiner, auf dem Land ein paar Hektar.

Kommt man mit dem Laerm der Nachbarn klar? Braucht man ihn sogar? Will man zu Fuss zum Restaurant oder Supermarkt? - Dann ist ein kleineres Grundstueck in der Stadt brauchbar. Da die Anschlusskosten fuer Strom und Wasser deutlich geringer sein werden, kann man (und sollte es auch!) mehr in das Grundstueck investieren. Lage! Lage! Lage!

Auf dem Land kann man in ein groesseres Stueck Eigentum investieren. Mehr Moeglichkeiten sich baumaessig zu veraendern, mehr Ruhe vor den Nachbarn.

Wie ist die Zufahrt? - Ganz wichtig!
Kommt man bei jedem Wetter zum Haus?
Bei meinem Grundstueck beschwert sich der eine oder andere, es waere holperig.
Aber es ist nur eine Stelle von 15m auf den 1200m vom Asphalt bis zum Grundstueck, die Kleinwagen mit kleinen Raedern schlecht aussehen lassen. Normale 4X4 brauchen ihren Vierradantrieb gar nicht einzuschalten.
Baustofflieferanten sage ich, sie sollen statt 12t Titurada nur 9t laden, dann klappts auch. Bei jedem Wetter!

Ende Thema Grundstueck
8.000 Euro koennen fuer ein vernuenftiges Grundstueck reichen.
Nach oben sind natuerlich keine Grenzen, nach unten ist nicht viel Luft.

Don H
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