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Autor Thema: Drei Beispiele  (Gelesen 1315 mal)
Don Holiday
Gast
« Antwort #3 am: Oktober 16, 2008, 07:00:56 »

Ich habe den Beitrag ueberarbeitet, nachdem ich die aelteren Fotos gesehen habe.

Wir lernen aus diesen drei verschiedenen Bauweisen, dass der Einwanderer hier in PY mehr Verantwortung auf seiner Baustelle uebernehmen soll!

In DE ist es einfach. Du gehst zu einem Architekten und bestellst Dein Haus. Der Architekt ist an seine Vorschriften (Normen) gebunden und Du kannst davon ausgehen, ein vernuenftiges Haus zu bekommen.
Fehler werden ueberall gemacht, aber hier in PY kommen die ja ausserdem noch dazu.

Nicht jeder will den Aerger des Bauens auf sich nehmen und in Eigenregie das Haus hochziehen. Man kann die meiste Verantwortung an einen Architekten weiter reichen, aber muss man von Beginn der Planung sich alles erlaeutern lassen!

Heute hat es hier richtig geregnet. Die Erde saugt sich wie ein Schwamm voller Wasser und gibt diese Feuchtigkeit in den naechsten Tagen in alle Richtungen ab. Wenn  man ein Haus zu ebener Erde baut, dann ist eine etwaige Feuchtigkeitssperre unter dem Niveau der Erdfeuchtigkeit.

Man kann einen ganz einfachen Versuch machen, der die Bauarbeiter hier immer wieder verbluefft:
Eine Schuessel Wasser, in die ein normaler Mauerstein gelegt wird. Unter Wasser. Dann legt man einen weiteren Stein und nochmals zwei weitere Steine darauf. So dass zumindest zwei Steine ueber dem Wasserspiegel sind.
Am naechsten Tag sieht man, wie das Wasser durch das Kapillarsystem der Steine nach oben gekrochen ist.
Selbst in die Steine, die ja eigentlich im Trockenen liegen.
Folge: Innen platzt ueber dem Fussboden die Farbe ab. Die ganze Wand ist zeitweise durchfeuchtet. Fenster und Tueren muessen immer offen sein. Der Regen spritzt gegen die Aussenwand. Leicht an der Farbe zu erkennen, da er ja auch noch Erde und Sand mitnimmt. Dieses Spritzwasser ist nicht zu vermeiden, sollte aber nur unter den Innenniveau des Fussbodens liegen. Sonst nuetzt auch keine etwaige Feuchtigkeitssperre. Es gibt hier Haeuser (in DE uebrigens auch), deren Waende sind vom Boden bis zum Dach durchfeuchtet.

Die Loesung:
Kauft man ein gebrauchtes Haus, guckt man sich (unter anderem!) innen und aussen alle Waende in Fussbodenhoehe an. Verfaerbungen, abgeplatzte Farbe, Anstrich neuer als der Rest (oder Komplettrenovierung) - Finger weg! - Nicht reparabel!
Baut man neu, muss man dem Architekten gruendlich auf die Nerven gehen. Verlangen, dass man das Haus hoeher gebaut bekommt. Warum keine Bodenplatte? Was kostet das mehr?

90-95% aller Probleme, die beim Bau entstehen, sind Probleme durch Feuchtigkeit. Und stellt Euch mal vor: 100% davon koennen durch Nachdenken und relativ wenig Geld, relativ im Vergleich zu dem Aerger, den man sicht einbaut, vermieden werden.

Aber vielleicht sollte ich mein Helfersyndrom mal ausklammern und jeden seine eigenen Fehler machen lassen?

Don H
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Don Holiday
Gast
« Antwort #2 am: Oktober 16, 2008, 06:24:02 »

In Stadtmusikants Blog war ein sehr interessanter Beitrag:

http://www.stadtmusikant.blog.de/

am 14. Oktober mit Fotos „Bauen, aber wie“

Der Peter hat Fotos von verschiedenen Haeusern seiner Umgebung gezeigt. Und – ich muss gestehen – ich haetts nicht besser zeigen koennen.
Hier hat der Neuling auf dem Bau gleich drei verschiedene Moeglichkeiten, sein Haus zu beginnen.

Vorab: Das Aergerlichste im Haus ist Feuchtigkeit. Die gilt es von Beginn an Aussen zu lassen. Deshalb gilt die erste Ueberlegung den Fundamenten mit den Mauern.

Man sieht sehr schoen auf Bild 1 (Horst):
Das Haus ist zu ebener Erde gebaut und selbst wenn der Bauherr eine Feuchtigkeitssperre eingebaut hat (wie der Stadtmusikant versichert, ist sie auch eingebaut) ist die Feuchtigkeit hier nicht zu vermeiden. Sie kriecht garantiert ins Haus.
Wenn man zu ebener Erde baut, ist es kaum zu vermeiden, die Feuchtigkeit ins Haus einzuladen.
Also rate ich jedem, die tiefste Stelle des Hauses mindestens 30cm ueber dem Niveau der Umgebung zu heben.

Bild Nr 2 (Thomas):
Ist schon eine Idee besser. Etwas hoeher, aber wenn Thomas wirklich Mauermeister sein will, sollte er eigentlich wissen, das Haus muss besser und auch gegen Spritzwasser geschuetzt sein. In DE vorgeschrieben 35cm.
Es kostet nicht die Welt, das Haus 30cm hoeher zu bauen und dann einen wasserdichten Untergrund unter die Waende zu legen. Maurermeister Thomas: Wie man auf den Foto des Links vom Stadtmusikanten sehen kann, sind Stuerze ueber Fenster und Tueren eingebaut. Haette man von einem deutschen Mauerermeister nicht anders erwartet. Ich bitte um Entschuldigung!

Bild Nr 3 (B und M):
ist ein Haus von der Baufirma Alespa.
Richtiges Fundament, schoen hoch, deutlich sichtbare Feuchtigkeitssperre. Kostet alles nicht soviel mehr und bringt doch soviel mehr!
Anscheinend wird zweischalig gebaut. Eine tragende Wand innen dann nach aussen Styropor und eine Aussenwand. So aehnlich baue ich auch. Gefaellt mir.
Ich hatte vor ein paar Wochen das Vergnuegen, in Lambare schon mal eine Baustelle der Alespa zu besichtigen. Noch nie hatte ich in PY eine solch saubere Arbeit gesehen!
Selbst in DE sah ich nie solche exakt verlegten Stromleitungen. Die Dachtraeger aus Holz waren mit Schrauben und Muttern sehr sauber befestigt. Auch das habe ich in PY noch nicht gesehen.
Am Teer fuer den Boden wurde nicht gespart und auch das so sauber gestrichen. Die ganze Baustelle sah so sauber aus...obwohl viele Arbeiter rumliefen.

Aber ich kenne weder Baufirma noch Chef (soll ein Deutscher sein) und ich mache keine Werbung.

Vielleicht schreibt mal jemand, der Erfahrung mit dieser Firma hat?

Don H

PS Dem Stadtmusikanten meinen Dank fuer diese Fotos!
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« Antwort #1 am: Oktober 16, 2008, 05:59:14 »

Hallo Don,

da ich keinen Strand mehr vpr meiner Terrasse habe bin ich auch nicht mehr der Strandvogt. Jetzt Stadtmusikant, auch hier.

Hier die ersten Bilder von der Baustelle "Horst". Meiner meinung nach sind die Schweißbahen deutlich auf den Fundmaenten zu erkennen.

Hier Innenaufnahmen mit Stürzen über Fenster und Türen.

http://stadtmusikant.blog.de/2008/09/27/richtfest-4789531 (Bau Thomas)

http://stadtmusikant.blog.de/2008/03/12/paraguay-ohne-makler-3864907

Grüße
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Neid ist die ehrlichste Form der Anerkennung (Wilhelm Busch)
Don Holiday
Gast
« am: Oktober 16, 2008, 08:24:47 »

In Strandvogts Blog war ein sehr interessanter Beitrag:

http://www.stadtmusikant.blog.de/

am 14. Oktober mit Fotos „Bauen, aber wie“

Der Peter hat Fotos von verschiedenen Haeusern seiner Umgebung gezeigt. Und – ich muss gestehen – ich haetts nicht besser zeigen koennen.
Hier hat der Neuling auf dem Bau gleich drei verschiedene Moeglichkeiten, sein Haus zu beginnen.

Vorab: Das Aergerlichste im Haus ist Feuchtigkeit. Die gilt es von Beginn an Aussen zu lassen. Deshalb gilt die erste Ueberlegung den Fundamenten mit den Mauern.

Man sieht sehr schoen auf Bild 1 (Horst):
Das Haus ist zu ebener Erde gebaut und selbst wenn der Bauherr eine Feuchtigkeitssperre eingebaut hat (ich sehe keine Spur davon) ist die Feuchtigkeit hier nicht zu vermeiden. Sie kriecht garantiert ins Haus.

Bild Nr 2 (Thomas):
Ist schon eine Idee besser. Etwas hoeher, aber wenn Thomas wirklich Mauermeister sein will, sollte er eigentlich wissen, das Haus muss besser und auch gegen Spritzwasser geschuetzt sein. In DE vorgeschrieben 35cm.
Es kostet nicht die Welt, das Haus 30cm hoeher zu bauen und dann einen wasserdichten Untergrund unter die Waende zu legen. Maurermeister Thomas: Ich sehe keinen Sturz ueber den Tueren und Fenstern?

Bild Nr 3 (B und M):
ist ein Haus von der Baufirma Alespa.
Richtiges Fundament, schoen hoch, deutlich sichtbare Feuchtigkeitssperre. Kostet alles nicht soviel mehr und bringt doch soviel mehr!
Anscheinend wird zweischalig gebaut. Eine tragende Wand innen dann nach aussen Styropor und eine Aussenwand. So aehnlich baue ich auch. Gefaellt mir.
Ich hatte vor ein paar Wochen das Vergnuegen, in Lambare schon mal eine Baustelle der Alespa zu besichtigen. Noch nie hatte ich in PY eine solch saubere Arbeit gesehen!
Selbst in DE sah ich nie solche exakt verlegten Stromleitungen. Die Dachtraeger aus Holz waren mit Schrauben und Muttern sehr sauber befestigt. Auch das habe ich in PY noch nicht gesehen.
Am Teer fuer den Boden wurde nicht gespart und auch das so sauber gestrichen. Die ganze Baustelle sah so sauber aus...obwohl viele Arbeiter rumliefen.

Aber ich kenne weder Baufirma noch Chef (soll ein Deutscher sein) und ich mache keine Werbung.

Vielleicht schreibt mal jemand, der Erfahrung mit dieser Firma hat?

Don H

PS Dem Strandvogt meinen Dank fuer diese Fotos!
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