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Autor Thema: Unruhen erwuenscht?  (Gelesen 704 mal)
JustNow2
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« Antwort #1 am: Juni 01, 2008, 08:01:09 »

Schmutziges Spiel mit dem Hunger


Hallo Don,

schön, dass Du Dich (wieder) meldest!


Und recht hast Du, denn in der Tatvollzieht sich ein schmutziges Spiel!
Allerdings lässt nicht nur das bolivianische Beispiel nachdenken; denn viele andere Länder (und Kontinente) sind ja gleichermaßen betroffen.

Natürlich kann es nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn Preise, namentlich solche für Grundnahrungsmittel - fast über Nacht - explodieren.

Welche von selbst ablaufenden (marktwirtschaftlichen) Gesetzmässigkeiten könnten derartige Auswüchse auch nur im Ansatz erklären?

Hier dreht sich eine, nicht vorrangig politisch motivierte, sondern von den Kapitalmärkten forcierte, Spirale, weil sich unglücklicherweise auf alle Extreme, sowohl auf gewollte Überangebote, als auch auf Verknappungen, vortrefflich spekuliereren lässt.

Und das in einer Weise, die einen - ansonsten eher behäbig verlaufenden - Prozess, mit kaum zu stoppender Macht befeuert.

Dieses Szenario tut bei Grundnahrungsmitteln natürlich besonders weh, weil es die Ärmsten der Armen trifft. Und natürlich kann es auch - wie kürzlich auf Haiti - die Machtverhältnisse dramatisch verändern.

Fast immer sind es jedoch wirtschaftlich motivierte Tendenzen, die aus einer Katastrophe für "Viele" ein einträgliches Geschäft für "Wenige" generieren.

Dieses Geschäft wird auf vielfältige Weise (und keineswegs nur mit Rohstoffen) betrieben.

In den letzten Wochen und Monaten ist Island fast baden gegangen, weil die Währung (Island-Krone) massiv in eine über 20%ige Abwertung getrieben wurde und sich nur durch konzertiertes Eingreifen der Skandinavier retten konnte.

Kurz darauf ist ein Barrel Öl dann mal eben über 130 USD gegangen!
Lässt sich derartiges mit schwindenden Resourcen erklären, da wir momentan doch (wieder) deutlich drunter liegen?

Nein!
Es werden künstliche Barrieren geschaffen und weil Erfolg stets recht gibt, werden wir mit dieser Hypothek wohl in Zukunft leben müssen!

An (hauptsächlich) politisch motiviertes Kalkül, kann ich jedenfalls nicht glauben.


JustNow
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Don Holiday
Gast
« am: Juni 01, 2008, 02:29:03 »

Durch meinen Bau bin ich komplett ausgelastet und melde mich hier nur zu Wort, weil der Bericht des SPIEGEL fuer mich einen Alarm bedeutet.

Die Ueberschrift lautet:

Schmutziges Spiel mit dem Hunger: Boliviens mächtige Agrarbarone haben die Lebensmittelpreise künstlich aufgebläht, um die ungeliebte Regierung von Präsident Morales aus dem Amt zu zwingen.

Der ganze Bericht ist unter

www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,555675,00.html

nachzulesen.

Soviel zum Demokratie-Verstaendnis der Maechtigen.

Erwartet uns das in PY auch? Die Agrarbarone sind auch hier mehrheitlich konservativ und auf Coloradoseite. Die Lebensmittelpreise steigen stark, die wichtigen Bus-Preise auch. Das wird natuerlich mit angezogenen Dieselpreisen begruendet. Aber wer wirtschaftlich rechnen kann, wird feststellen muessen, dass die Buspreise (und auch die Lebensmittelerhoehungen, die mit dem Diesel erklaert werden) nur zu 5% haetten erhoeht werden duerfen. Meine Arbeiter erklaerten mir aber, dass einige Collectivo-Preise verdreifacht wurden.

Lugo ist noch nicht Praesident, aber die Maechtigen des Landes bereiten sich auf einen Kampf vor, den die armen Leute bezahlen muessen.

Zement und Baustahl wird kuenstlich verknappt. Einen Tag nach der Wahl liessen die Arbeiter der Stromgesellschaft ANDE (bei uns im Ort) alle Loeffel und Spaten fallen. Ebenso der angefangene Strassenbau einfach eingestellt. Die Baumaschinen abgezogen.

Ist ja auch logisch - die Ortschaft hat ueberwiegend liberal gewaehlt. Sind doch die Bewohner selber Schuld, dass sie jetzt abgewatscht werden. Von den Firmen, die noch von Colorados kontrolliert werden.

Don
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