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Autor Thema: Rückwanderer  (Gelesen 1348 mal)
santiago
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« Antwort #3 am: Januar 26, 2010, 09:19:11 »

dann drückte man uns einen portugiesischen Straßenköter aufs Auge.....

damit begann das Unverstaendnis ......


Heimweh kam nicht auf, meine Frau kaufte bei Lidl oder Aldi ein, ich schaute in einer Fischer-Kneipe mit anderen Deutschen die Bundesliga....

nur keine Anpassung an Land u. Menschen .....



Die Einheimischen ließen wir links liegen, ihre Sprache war uns zu fremd......

wahrscheinlich sahen sie ihnen auch "zu anders aus" ........


An meinem 53. Geburtstag im Dezember letzten Jahres fiel dann die Entscheidung. Ich feierte mit meinem Hund und meiner Frau, kein einziger Glückwunsch aus Ferragudo.

warum wohl?


Eine Woche später saßen wir im Wagen, 3320 Kilometer auf der Autobahn Richtung Norden...


Portugal wird es ueberleben


sollte mal in einigen Jahren der Trend aufkommen "in die Antarktis zu ziehen", wegen sauberer Luft etc. werden deutsche Auswanderer dort auch ihre Zelte sofort um die Wohn-Container einer deutschen Forschungs-Station aufbauen  ....


saludos









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EIN GANZ NEUER FOTOBLOG UEBER JALISCO, MEXICO.

http://lmk-photography.blogspot.com/
Eulenspiegel
Gast
« Antwort #2 am: Januar 26, 2010, 03:03:24 »

Glück im Unglück in Carapeguá

Donnerstag, 31.12.2009 12:43

Ein deutsches Ehepaar wurde in der letzten Nacht von sechs Unbekannten überfallen. Es handelt sich bei den beiden um Hartmut Zabel und seine Frau, Regina Zabel, im Alter von 58 und 54 Jahren. Die sechs maskierten und bewaffneten Übeltäter forderten das Paar auf, ihnen ihr gesamtes Geld auszuhändigen. Herr Zabel und seine Frau übergaben ihnen 50.000 Guaranies. Dies veranlasste die Diebe, das Haus nach mehr Geld zu durchsuchen. Die Suche nach mehr Geld endete jedoch erfolglos, so dass sie sich aus dem Staub machten, nicht ohne zuvor ein Handy, einen Revolver und eine Digitalkamera mit sich zu nehmen. Die Familie Zabel zeigte den Vorfall bei der Polizei an. Diese begann mit einer intensiven Suche nach den Dieben, die bisher jedoch erfolglos blieb. Das deutsche Paar, was seit 2 Jahren und 9 Monaten in Paraguay lebt, wurde schon 3 mal überfallen. (Wochenblatt / Abc)


Jetzt das.

http://home.arcor.de/reginazabel/index.htm

http://cgi.ebay.de/Notverkauf-neues-Haus-in-Paraguay-mit-25Ha-Grund_W0QQitemZ200430634511QQcmdZViewItemQQptZAuslandsimmobilien?hash=item2eaa98c60f

Ende eins Traums?

Echt schade.



Eulenspiegel


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Christiane
Gast
« Antwort #1 am: März 19, 2008, 08:30:43 »

Nun folgt der zweite Teil:

Zitat


„Ich kehrte Eselsmist für 3 Euro die Stunde zusammen“

Seit zwei Jahren waren wir nun in Ferragudo an der Algarve. Mein Kopf war leer, mein Portemonnaie auch.

Meine Frau und ich versuchten es als Tagelöhner. Zwei Mal die Woche holten wir Gäste vom Flughafen ab, das brachte uns nach Abzug der Spritkosten immerhin 30 Euro.

Ich kehrte Eselsmist für 3 Euro die Stunde zusammen. „Mehr kriegt ihr hier als ungelernte Aushilfskräfte in dieser Branche nicht“, sagte uns ein Kollege. So verdienten wir rund 500 Euro im Monat, also mussten wir weiterhin unser Sparkonto plündern. Und wir kamen auf die Schnapsidee, Tee zu verkaufen, in einem Land, wo alle nur Kaffee trinken.

Ein Minusgeschäft. „Hier musst du ein großes Vermögen investieren, um ein kleines zu machen“, lautete der Rat eines Handwerkers. Abends schauten wir Doku-Soaps und die Horrorfilme des Deutschen Wetterdienstes. Ich fühlte mich wie ein altes, nasses Stück Holz, dass die Flut an den Strand gespült hatte und nun verloren von den Wellen hin und her gerissen wurde.

In meinen dunkelsten Stunden suchte ich Trost bei Johann Sebastian Bachs wunderschöner Kantate „Jesus bleibet meine Freude“ – denn irdische Freude und Freunde hatte ich nicht mehr.

An meinem 53. Geburtstag im Dezember letzten Jahres fiel dann die Entscheidung. Ich feierte mit meinem Hund und meiner Frau, kein einziger Glückwunsch aus Ferragudo.

Eine Woche später saßen wir im Wagen, 3320 Kilometer auf der Autobahn Richtung Norden, immer schön auf der Überholspur.

Quelle: BZ-Berlin

Fazit des ganzen:

Auch in Portugal sind sich die Auswanderer teilweise nicht grün. Man braucht ein großes Vermögen, um ein kleines zu erarbeiten. Viele mögen scheinbar die Farbe Blau und regen sich hinterher tierisch auf, wenn das ganze in die Hose geht. Alle sind Schuld, das Land, die Landsleute, die Abzocker so wieso, nur sie sind total unschuldig...........

Christiane
Gespeichert
Christiane
Gast
« am: März 18, 2008, 10:03:14 »

Der folgende Bericht hat zwar nichts mit Paraguay zu tun, ist aber trotzdem interessant:

Zitat

Ich, der Rückwanderer

Vor drei Jahren startete B.Z.-Reporter Thomas Böhm (der Job-Reporter) in ein neues Leben. Er nahm seine Frau, seine Katzen und fuhr voller Hoffnung nach Portugal. Jetzt lebt er wieder in Berlin

„Haben wir den Herd überhaupt ausgemacht?“, fragte ich meine Frau. „Den haben wir doch verkauft, du Dussel“, antwortete sie.

Das war im nasskalten Januar 2005. Wir saßen im Flugzeug Richtung Faro, Portugal. Im Handgepäck eine gehörige Portion Abenteuerlust. Mehr nicht.
Wir hatten nur Hinflüge gebucht, wollten das Weite suchen, um im Ausland unser Glück zu finden. Es war eine Bauchentscheidung, kein Wunder, mein dicker Wanst war mir immer schon ein Stück voraus gewesen.

Blauäugig, sagten meine Freunde in Berlin, aber Blau war damals meine Lieblingsfarbe, so wie der Himmel an der Algarve. Später musste ich die Erfahrung machen, dass man dort auch Rot sehen kann. Damals dachte ich, wo immer die Sonne scheint, herrscht auch eitel Sonnenschein.

Unsere neue Heimat war das pittoreske Fischerdörfchen Ferragudo. Dort hatten wir schon mehrmals Urlaub gemacht und deutsche Auswanderer kennen gelernt, die uns Mut und Hoffnung machten.

Mit Volksliedern und gegrillten Sardinen wurden wir empfangen, dann drückte man uns einen portugiesischen Straßenköter aufs Auge. So was hatte jeder dort.

Obst billig, Zahnpasta teuer

In der ersten Saison surften wir auf einer Welle der Euphorie über den Atlantik. Ich verkaufte als Pirat verkleidet Postkarten auf einem Ausflugsschiff, meine Frau schrubbte das Deck, bei den vielen seekranken Passagieren hatte sie jede Menge zu tun. Das Geld, das wir verdienten, war nicht üppig, aber es reichte.

Heimweh kam nicht auf, meine Frau kaufte bei Lidl oder Aldi ein, ich schaute in einer Fischer-Kneipe mit anderen Deutschen die Bundesliga, drückte meinem Lieblingsclub Hannover 96 (sorry, Hertha-Fans) die Daumen. Selbst die so geliebten Wanderungen mit meinen Freunden schien nur ein Irrweg in meinem alten Leben gewesen zu sein. Die Einheimischen ließen wir links liegen, ihre Sprache war uns zu fremd. Es waren ja genug Deutsche hier.

Doch die Saison war schnell zu Ende und dann standen wir im Regen. Der portugiesische Winter verwandelt die Algarve in eine riesige Pfütze. Meine Frau putzte nun die Villen reicher Engländer, ich fegte die Terrassen, immer gegen den nassen Wind, der vom Atlantik kräftig über die Küste wehte.

Die Lebenshaltungskosten waren ebenso hoch wie in Deutschland. Was wir bei Obst und Gemüse sparten, gaben wir für Reinigungsmittel und Zahnpasta wieder aus. In dem kleinen Fischerdorf wehte Zwietracht und Missgunst unter den Ausländern durch die verwinkelten Gassen, wir verzogen uns aufs Land, auch, weil es dort billiger war.

Im darauf folgenden Sommer war es zwar wieder heiß an der Algarve, aber für uns zogen die ersten düsteren Wolken am Horizont auf, in unserer Kasse war Ebbe und die ist ziemlich gefährlich am Atlantik. Die wunderschöne Landschaft und das bessere Wetter hatten zu diesem Zeitpunkt schon längst ihren Reiz verloren, zu grau war auch der Alltag hier.

Morgen lesen Sie: Das Überleben wird schwieriger, der erste Gedanke an Rückkehr.

Quelle: BZ-Berlin

Alter schützt vor Torheit nicht ...........

Christiane
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